Band 
Sechster Theil.
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und sprach das Urtheil, ordnete auch an oder besorgte so-gleich, was es sonst für den laufenden Tag zu thun undzu richten gab. Die Kirche besuchte er fleißig, Morgensund Abends, und, wie wir soeben gesehen, sogar in derNachl. Jede Stunde hatte ihr Geschäft. Keinen Augenblickging er müßig.

Er hatte in seiner Jugend keinen ordentlichen Unterrichtin den Wissenschaften genossen. Die königliche Psalzschulebestand zwar schon seit undenklichen Zeiten, und Karl derGroße war selbst deren Zögling gewesen, aber sie wardazumalen noch weit hinter ihrer Ausgabe zurück, und derAdel, merkt der »Mönch von AngoulSme« zu denLorscher Jahrbüchern ausdrücklich an, gab sich vorKarl dem Großen gar nicht mit Erlernung der »freienKünste« ab. Der große Monarch fand es nicht unter sei-ner Würde, das Versäumte nach Kräften nachzuholen. Ererneuerte die Pfalzschule und mit ihr auch seinen eigenenUnterricht von Grund aus. Er nahm sogar Tafel undGriffel zu sich in's Bett unter das Kopfkissen und legtemitten in der Nacht oder in aller Frühe, wenn seine Leutenoch tief im Schlafe lagen, die Hand an die Gestaltungvon Buchstaben. Auch im Lateinischen nahm er noch imMannesalter Unterricht, das Latein war die Sprache derRömer. Er brachte es auch darin so weit, daß er es wiedas Deutsche sprach. Außerdem warf er sich auch auf dasRechnen und die Meßkunde und fand besonders Wohlge-fallen an der Berechnung des Laufes der Gestirne. Abernicht nur m diesem, sondern in allen Gebieten des mensch-lichen Wissens suchte er sich heimisch zu machen und ließdarin auch seine Kinder unterrichten, die Töchter wie dieSöhne, und pflog bei Tisch und den ganzen Tag über,zu Hause wie auf Reisen, wo er immer eine Stunde frei

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