Band 
Sechster Theil.
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der Feder Prisac's in's Auge. „Ludwig der Fromme",schreibt dieser Geschichtsforscher in einer Schilderung, dieer „größtentheils aus den Fuldaer Jahrbüchern der Frankenentlehnt, einer Quelle, welche dem ältern Ludwig, demSohne und Erben Kaiser Karls, nicht ganz günstig ist,weil sie sich auf Seiten des jüngern, bekannter unter demNamen des Deutschen, stellt" — „Ludwig der Frommehatte weder die. Fähigkeiten noch das Glück seines Vaters,Karls des Großen. Er war stark an Körper, thätigund gewandt, ein trefflicher Reiter und Bogenschütze, auchgeistig ziemlich begabt, an Gemüth edel und mit allenguten Sitten ausgeschmückt, weßhalb er auch mit Rechtder Fromme genannt wurde; denn er betete viel, verziehleicht und war nicht bloß freigebig gegen die Kirche undmilde Stiftungen, sondern auch ernstlich darauf bedacht,die Sitten zu bessern und Recht und Gerechtigkeit zuEhren zu bringen, was ihm jedoch nicht immer gelang,weil man ihn für abergläubisch hielt und als böswilligverschrie. Er war seiner Zeit nicht gewachsen; seinemCharakter fehlte die eiserne Kraft und Festigkeit, welcheallein einige Ordnung in den damaligen Wirren hättenschaffen können. Dann traute er auch feinen Rathgebernmehr, als nothwendig war, und endlich waren es dieWeiber, welche ihn in's Verderben stürzten und die Ruheseines Reiches störten.

„Ludwig der Fromme war zweimal verheirathet. Seineerste Gattin hieß Jrmengard. Von dieser hatte er dreiSöhne: Lothar, Pipin und Ludwig. Als Jrmengardstarb, heirathete er Judith, die Tochter des HerzogsWels. Sie gebar ihm einen Sohn mit Namen Karl(824). Judith war schön und hatte viel Einfluß am Hofe.Das verdroß die Großen des Reiches und gab den ersten