424
der Mainzer Erzsprengel aber konnte in der Richtung nachOsten »och nicht geschlossen werden; ihm wurden in derFolge auch wirklich noch die slavischen Bisthümer Olmützund Prag zugeordnet. Dagegen gestatteten nun die Ver-hältnisse keine weitere Ausdehnung des Erzsprengels mehrgegen Norden und Süden. Man mußte der deutschenKirche in beiden Richtungen noch je eine besondere Metro-pole setzen; man lhat es, man vereinigte die vier übrigensächsischen Bisthümer: Münster, Minden, Osnabrückund Bremen mit den drei westlichen Bisthümern desdeutschen Nordens Cöln, Utrecht und Tongern (Mast-richt, nachmals Lüttich) zu einem eigenen Erzsprengel, unterder Leitung des Stuhles von Cöln, und bildete aus denvier Bisthümern der bajuvarischen oder bayrischen Kirche,Salzburg, Passau, Rcgensburg und Freisingden besondern Erzsprengel Salzburg. Das achte Jahr-hundert wurde mit dieser Organisation der damaligendeutschen Kirche gekrönt, Cöln war 797, Salzburg799 zur Metropole erhoben worden.
Nun aber dachte man die Marken der deutschen Kircheund der deutschen Lande auch noch über die Nvrmannen-welt, zunächst wenigstens über die Dänenhalbinsel, undüber die Slavenwelt, zunächst wenigstens die angrenzendeauszudehnen, man dachte das durch die Auswanderungder Gothenstämme den von Osten her andringenden Slavenin die Hände gefallene Salband des dreigcstreistcn Ger-manenlandes durch Christianisirung und Germanisirungdieser Slaven dem deutschen Volke wieder zu gewinnen,und erhob deßhalb im Süden Salzburg, die neuge-schaffene Metropole des Bayerlandes, zugleich zur Missions-kirche und Metropole der angrenzenden Slavenvölker, imNorden Hamburg, das neunte und letzte der sächsischen