Thun und Lassen darnach einzurichten. Er darf nur et-was Mögliches wollen, und dann freylich, das verstehtsich , die Mittel brauchen, welche, nach Vernunft umdErfahrung , Mittel zu dem Zwecke sind, den er sich vor-gesetzt hat, so kann man im eigentlichen Sinn sagen:
Der Mensch gebeut, und siehe so steht es da ! — Mchrerswird er doch nicht fodern; nicht verlangen wollen : Daßer z. E. in der Ehe jene vollzählige Glückseligkeit finde,deren diese Verbindung fähig ist, sobald er bey seiner jWahl und Berathschlagung auch nur Ein wesentlichesBeding übersieht - wenn sich dann gleich alle übrigenErfordernisse zu solcher Glückseligkeit — und noch obendrein ansserwescntlichcs Zeug die Menge, einfinden soll-te. Und ebetr, um diese grosse und wichtige Wahrheitrecht anschaulich zu machen , hab' ich oben ein Ehelebcngeschildert, wie es deren Tausende gicbet, wo es nur aneinem einzigen Stücke fehlte — das sich aber, manglaube es nur sicherlich , durch nichts anders vergütenläßt. Oder gedenken wir uns nur den nämlichen jungenMann genau so wie wir ihn oben angenommen, in einerandern Verbindung , welche die Liebe gestiftet hat; sonst 'übrigens mit einer Person, d'e nicht mehr und nicht min- ;der innere und äussere Vorzüge als diejenige besitzt, wel-che nun ohne seinen Willen durch ihn unglücklich wird,und ohne ihre Schuld ihn unglücklich macht; oder gebenwir hinwieder unsrer vcrschmähteir Gattin einen Mann dersie lieben kann, da sie koch wirklich viel schätzbares hat— so werd n sich, auch der schwächsten Einbildungskraft,auf der Stelle, statt Eines fatalen , Zwey glücklichePaare darstellen, und uns dadurch noch handgreiflichermachen — was Harmonie oder Disharmonie der Ge-müther in der Ehe auf sich hat. Die letztere, wenn sieauch niemals zu offenbaren Ausbrüchen kömmt, verur-sacht aufs mindeste , daß zwey Menschen , welche beyde j