» Anklagen sind eben so unergründlich, als jene, weis„ che man zu Venedig in den bekannten Löwenrachen„ wirft. Noch nicht gemug ! Die Es diese Art Verhörs„ ten , gerichteten und verurtheilten Mitglieder des Landskapitels müssen zur Dankbarkeit noch die Tafel des,, geistlichem Tribnnals bezahlen, sto lange dasselbe sich» bey ihnen aufhält. An manchen Ärten finden sie sich» sämtlich bey dieser Tafel ein, umd sehen dann ihre„ Richter mit den gesammlten Strafgeldern abreisen,» die in einen Kasten gelegt , und' auf einem kleinen„ Wagen dem übrigen Gefolge nachgeführt werden. InLuzern haben die Richter zwar die Freyheit die fehlcns„ den Geistlichen mit einer Geldbuße zu belegen; aber„ der Rath gestattet nicht, daß dieses Geld aus dem» Lande geführt wird, sondern es muß im Kanton zu„ ftommm Stiftungen verwendet werden. Diese Anstalt» ist ein auffallender Beweis von der Klugheit des dor-» tigen Magistrats ; denn warum sollen wir zugeben,jj daß ein auswärtiges Tribunal komme , und bloß
* zu seinem Nutzen so viel klingende Münze mit aus» unfern Gebürgen fortnehme, die es ganz eigenmächtig» von einigen mehr oder minder fehlerhaften Priestern*> eingezogen hat. Eine langwierige Suspension von als» len kirchlichen Verrichtungen wäre, meines Erachtens,
* eine vernünftigere und wirksamere Strafe.»
So viel habe ich aus der Unterhaltung mit einemschweitzcrschen Beobachter gesammelt. Leute, die mitden Lokalumstanden genauer bekannt sind , können entsscheiden, ob in seinem Gemählde etwas übertriebenes sey.Dieser Mann verließ mich mit folgenden Worten, dicermir noch ins Ohr sagte : » Das beßte Mittel unsern,, Klerus ruf dem rechten Weg zu erhalten, wäre, wenn» wir in Luzern einen eigenen schweitzerfchcn Bischof häts„ ten. Ein solcher würde mit eigenen Augen, und m