ob es seine Sonntagskleider die Woche über in eine» 'Winkel werfe, oder sorgfältig und sauber zusammen aneinen Ort lege — ob es gelernt, das Brod, Mahl ;und Anken in der Woche richtig abzutheilen , und mit )dem gleichen auszukommen — oder ob es hierüber uns i,achtsam bald mehr, bald weniger gebraucht, ohne eszu wissen. — Solche Sachen sind es , welche hundert; !mal machen, daß eine Frau mit dem besten Herzen ins jgröste Elend kommt, und ihren Mann und ihre Kinder jdarein bringt. Und ich muß dir sagen — du weist wohl, >daß ich es ihr nicht in böser Meinung nachrede — deine tFrau ist gar nicht zur Hausordnung gezogen worden. ;!Ich kannte des alten Schobers. — Es ist mehr in ihrerHaushaltung verfaulet und zu Grund gegangen, alsrecht ist und als man sagen darf. -j
Rudi. Sie ist in der Jugend zu viel im Pfarrhaus ■gestekt.
G-rtrud. Auch das ist wahr.
Rudi. Es hat mir hundertmal die Augen übertrieben, ?wenn sie das Vetbuch oder die neue Erklärung der Of;fcnbarung in die Hand nahm, und die Kinder nicht ge;waschen und nicht gesteehlt waren, und ich selber alleTage in die Küche mußte, das Feuer auf dem Hcerd zuschürzen, wenn ich nicht gefahren wollte, daß sie mirmit ihrer Vergeßlosigkeit noch das Haus anzünde. i
Gertrud. Wenn man's mit den Büchern recht macht, !so müßen die Bücher einer Frauen seyn wie der Sonn; itagsrok — und die Arbeit wie die Werktagsjüppe.
Rudi. Ich muß meines Elends izt selber lachen — j
Sie hatte eben diese Sonntagsjüppe alle Tag an, undzog die Kinder , als wenn Beten und Lesen alles wäre, iwarum man auf der Welt lebt.
Gerrrud. Damit macht man just, das sie das Be;ten und Lesen dann wieder vergessen, wenn sie es recht«öchig hätten.