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Schweitzersches Museum. 1789. Fünfter Jahrgang. [7-12. Heft.]
Entstehung
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theilskraft und kein Gedächtnis. Auf gleiche Weise <iwdigte auch Marlborough seine glänzende Laufbahn. Mit-ten unter den ausgelöschten Ideen und halbarticulirtenWorten des Le Clerc dämmerte der ehmalige Charackterseiner Herzensgute und religiösen Denkart hervor.

In Leyden, wie überhaupt auf den holländischen Schu-len , fand Vernet immer neben einander Vöetianische undCoccejanische Lehrer. Man glaubt dadurch jeden Ge-schmack zu befriedigen, unterhält aber vielleicht zugleichden Partheygeist. Unsere Reisende besuchten den Dr. Fa-bricius, einen Coccejaner, und den Dr. Vesselius, einenVöetianer; von beyden wurden ste sehr wohl empfangen.So groß ihnen Peter Burmann als Philolog vorkam,so wenig achtungswürdig fanden sie ihn in seinem Be-tragen.

Bey Vitriarius , Schulkens, s'Gravesande, Müschem.hroeck sahn sie mit grossen Kenntnissen den gefälligsten Um-gang verbunden. Und wie erhaben schien ihnen nichtBoerhaave, ein ächter Gelehrter, ein ächter Weiser, ebenso groß durch sein Herz wie durch sein Genie, eben soallgemein bewundert als bescheiden, ein eben so guterChrist im Leben wie in seinem Glauben.

Im Haag stellte Herr Royer unsere Reisenden dem Prin.zen von Oranien vor. Damals war der Prinz nur Statt-halter über Friesland.

Noch sah Vernet im Haag einen Ueberrest jener weibli-chen Kommnn; es waren Wittwen und Töchtern vonvornehmer Geburt, welche sich mit andern Hugenotten hie-her geflüchtet hatten und in gleicher Gesellschaft haushielrten. Diese Damen zeichneten sich nicht weniger durch Le-bensart als durch Frömmigkeit aus. Sie empfiengen Be-suche , allein da sie keinen Spieltisch gestatteten, so sahnsie sich von dem Ungestüm eitler Wcllkinder befreyt. AlleSonntage versammelten sich bey ihnen verschiedene Ge-lehrte.