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Schweitzersches Museum. 1789. Fünfter Jahrgang. [7-12. Heft.]
Entstehung
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nießt man eine freyere Aussicht über Wallenstatt, (oder Ri.va, wie unser Barde singt) und die umliegende Gegend,über den See und seine Ufer, die sich nach und nach zu-sammenzchn und gegen Wesen eine See-Enge bilden.Zuletzt hält die untere Bergkette, die den Hintergrunddieses prächtigen Gemäldes schließt, den fortgerissenenBlick auf, und schränket ihn mit vortheilhaster Gewaltin das herrliche Ganze. Wie malerisch, wie entzückendstellet sich hier der See dar! Wie auffallend schön ist derContrasi der beydseitigen Ufer! Zur Rechten (wenn manbe^ auffahrt zur Linken) lauter rohe, unfruchtbare Fel.senw'mde; zur Linken lauter sanfte, fruchtbare Wiesenund Dörfer. Erdzungen, Halbinselchen und Vorgebürgelocken im Laufe den gierigen Blick. Nur Schade, daßder Vorgrund um Wallenstatt nicht lachender und erqui.ckender in's Auge fallt. Daß doch hienieden alles fo un.vollkommen ist! Warum muß die schönste weibliche Gestaltbisweilen ein Fleck verdunkeln? Warum muß die Ver.w istnng eine solche Gegend auch nur in einem ihrer Theilebezeichnen? Hier — am nämlichen Orte — möcht' ichvor drey Iahrzehnden gestanden seyn, da noch den un.verdorbenen Grund süsse Wiesen bis an den See belebten,und das Vieh sein nöthiges Futter fand; wo itzt der Mo-rast bloß dem qnackendeu Frosch einen stinkenden Aufenr»halt vergönnt. Wie viel reihender, gesünder muß es damalsgewesen seyn! Glückliche Einwohner! Ihr wußtet nochnichts von Ueberschwemmungen des Sees, der sich weitüber die angewiesene Gränze und bis in die Wohnungender Bürger ergießt; ihr wußtet noch nicht, wie man aufzusammengefügten Brettern oder andern Fahrzeugen imtraurigen Städtchen daherschwimmt, anstatt der Thürezum Fenster hineingeht, und fo ein Amphibienleben führt;ihr wußtet no v nichts von ansteckenden Dünsten und jähr.lichen Krankheiten, die eure Nachkömmlinge plagen.