Verhältnisse, in welche» wir mit unsern Nachbaren undsie mit uns stehen, verschaffen mußte.
Er arbeitete hierauf an der Geschichte unsrer Stadt«»ermüdet fort, und wir können den Nutzen, den dasStudium derselben ihm verschaff hatte, am Beßten ausdem Bild ersehen, das er von unserm St. Gallen ent,warf: „Frömmigkeit und Gottesfurcht, sagt er, sind die„Grundsteine auf welche diese Stadt gebauet worden,„und die ihre Aufnahme befödert haben. Die Wuth der„Hunnen war die Ursache, daß sie mit Mauern befestiget„wurde. Die Gewogenheit der Kaiser beschenkte sie mit„Rechten und Freyheiten. Die Bedrückungen der Aebtc„hat sie zu Eidgenossen, und der Westfälische Friede zur„Rcpublick gebildet. Handelschaft und Gewerbe hat sie„vermögend, und die Religionsveränderung zu ächten An,„betcrn Gottes gemacht. Fleiß und Genie hat sie ge,„ bauet; Einigkeit und Frieden beschützet; und Tugend„und Rechtschaffenheit den Neid verhindert, daß er seine„Waffen nie mit Fortgang gegen dieselbe hat gebrauchen„können. Dieses ist der Umriß der Geschichte unsrer kler,„neu aber glücklichen Republick. Sie gleicht einem recht,„schaffencn, tugendhaften, ehrlichen und ehrbaren Bür,„ger, der im StiUen, mitten in der grossen Welt, ruhig„einhenvandelt; der seine Kinder zu seinem Beyspiel auf,„muntert, und nicht zugiebt, daß Pracht und Wollust„ihr gesundes Blut verderbe; der durch fleißige Arbeit sie„für Müßiggang verwahrt, und jedem seine angemessene„Beschäftigung nach feiner Lage und Umstände aus,„theilt; der zu großmüthig ist, sich alle Rechte eines Haus.„vaters in dem uneingeschränktesten Sinn anzumaassen,
„ und zu bescheiden, sich über das Urtheil der Seinigen„hinwegzusetzen; der mit Klugheit nachgebend, mit Weis.„heit gerecht, mit Sanftmulh strenge, nicht gelehrt aber„auch nicht unwissend, nicht abergläubisch aber auch keh,