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Schweitzersches Museum. 1785. Zweyter Jahrgang.
Entstehung
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und Ressourcen der Einwohner stehen? Der Reichthumdieser beyden Staaten und besonders der Wohlstand ih-rer niedrigsten Stande ist Bürge dafür/ daß der Privat-mann dem Staate hier lange nicht verhaltnißmaßig so-viel aufopfert/ als die Unterthanen der europeischen Mo-narchen unfreywillig thun. Wo soll man also die un-endlich vielen Gesetze suchen, welche in Republickendie bürgerliche Freyheit einschrancken , und es in Mo-narchien nicht thun? Sollen es etwann die in ersterengewöhnlichen Somptuargesetze seyN/so kann man einwen-den / daß auch mancher grosse Fürst ähnliche eingeführthabe. Ucberdics wird sie jeder Republikaner als daskräftigste Mittel, die politische Gleichheit der Stände zuerhalten und dem Sittenverfall vorzubiegen , verehren,so lange er weise und tugendhaft genug bleibt , umdem Wohl der Ganzen auch bisweilen erlaubte Vergnü-gen gerne aufzuopfern/ welche in Monarchien oft mehre-re kranken als ergötzen , weil ihr Genuß auf die kleineKlasse der Reichen eingeschränkt ist. — Aber vielleichtglaubt man, die geringere Censurfreyheit die zum ewi-gen Vorwurf einiger Republicken gemacht wird , oderdie durch weniger Formeln als in Monarchien gesicher-te Unpartheylichkeit ihrer Gerechtigkcitspflege/werde dieangeführten Beschwerden und Lasten der Mouarchienbürsger aufwiegen. So was zu behaupten Ware höchst selt-sam / besonders da bey näherer Untersuchung diese Vor-würfe sehr viel von ihrer Wichtigkeit und ihrem Nach-druck verlieren. Wenn in Berlin die Freyheit zu den-ken und zu schreiben/ Danck sey es dem grossen Friede-rich! gegenwärtig grösser als in irgend einer HauptstadtEuropens ist , (ich sage nicht ohne Vorsatz gegenwärtig,denn alles was Froyheit heißt bleibt in Monarchien im-mer ephemerischer Natur.); so brütet hingegen die mörde-rische Nacht der Inquisition noch über Spanien und