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Schweitzersches Museum. 1785. Zweyter Jahrgang.
Entstehung
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te und Provinzen regieren , um den Vergnügen derHauptstadt , für welche ihre leere Seele allein Interessehat, nachhangen zu können! Verdrängt vom glcichs.ncrischen Höfling bleibt unter schlechten Fürsten derbescheidne Patriot, der sich in seinem Studierzimmersuchen laßt, und ungerne den gefährlichen Pfad derEhre betritt, in den engen Würkungskrcis des Pri-vatlcbcns eingeschränkt. Auch unt>,r guten entfernt ersich noch oft vom Throne, weil er wol weiß daß Ein-sichten und Tugenden den Hofcabalen gewöhnlich wei-chen müssen, und seine Seele zu edel gestimmt ist, umList mit List abzutreiben , und Ränken Ränke entgegenzu-setzen. — Hierzu verstehen sich freylich bisweilen auch Leu-te von grossen Talenten und vielen Kenntnissen; alleinder Ehrgeitz, diese Verdienste so wenig ausschlicssendeaber an Männern von grossen Anlagen so gefährlicheLeidenschaft, führt sie auf die glänzende Laufbahn derHöfe. Wie kann man also von den Grossen dieser Er-de überhaupt, denen so selten eine Menschensecle sich inihrer ursprünglichen und wahren Gestalt zeigt, die tiefeMenschenkenntniß fodcrn, welche sie besitzen müssen,wenn der grössere Theil ihrer Rathe und Beamteten ausPersonen bestehen soll, die Pflicht und nicht Ehre zuTriebfedern ihre Handlungen machen?

Nicht jedes Jahrhundert zeugt eine» Friederich derhiervon eine Ausnahme zü machen scheint; und dasmenschliche Geschlecht würde noch vicl unglücklicher seynals es würklich ist, wenn die Begierde seinen Obernzu gefallen und sich emporzuschwingen, die im Grundefreylich falsche Ehre seyn mag, für das Wohl der Staa-ten unbrauchbar, und nicht die Quelle von tausend ge-meinnützigen Handlungen wäre. Gewiß ist es also ausdem gesagten , daß politische Lugend durch die Allein-herrschaft, oder den von ihr unzertrennbaren Mangel po-