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Schweitzersches Museum. 1785. Zweyter Jahrgang.
Entstehung
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grössere Theil gewiß unangebaut und menschenleer seynwürde, wenn der Bauer nur halb so viel für willkührlüd>c Abgaben aufopfern müßte, als er fetzt an Zinsenfreywillig von ihm contrahierter Schulden entrichtet. —Aus den gleichen Ursachen unterscheiden sich Freystaatenso oft durch Aufklärung, Cultur der niedrigen Stande,gute Erziehungsanstalten, und blühenden Zustand derKünste und Wissenschaften; welche Vorzüge besondersdie kleinsten unter ihnen, wie z. D. Genf, vielleicht ganzallein ihrer Verfassung zu danken haben. Diese Segnun-gen alle sind Früchte der politischen und nicht blos derbürgerlichen Freyheit, die so oft aus ersterer entspringt.Eben darum sind sie auch an sich dauerhafter und schätz-barer als die Vortheile welche ein aufgeklarter und güti-ger Fürst seinen Unterthanen verschaffen kann; denn die-se verschwinden mit ihrem Urheber, mit welchem auchder Patriotismus der meisten ihm ergebenen Untertha-nen abstirbt. Wie lange hingegen blieb nicht in Repub-lickcn, deren Staatsverfassung ursprünglich gut war,in Griechenland und Rom z B. die Maße der politl-sch>n Tugend groß! Und war diese nicht eine Folge derRegicrnngsform, welche vorzüglich jene grossen Heldenhervorbrachte, die im Dienste des Vaterlandes Thatenverrichteten die wir heutzutage nur noch staunend bewun-deren ? Politische Tugend fließt also hauptsächlich auspolitischer Freyheit, und kann sie noch weniger entbeh-ren als moralische Tugend die bürgerliche Freyheit. Sobald sie sich verliert, kann man auch sicher darauf zah-len , daß die politische Freyheit, die so genau mit ihrverknüpft ist, ebenfalls abnehme. Denn wie verwand»len sich Aristokratien in Oligarchien, und diese in Mo-narchien ? Wenn Vaterlandsliebe, die Quelle edler Auf-opferung eigner Vortheile für das Wohl des Staates,wenn alle Tugenden die wir an grossen Republikanern