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Galopp angesprengt, um die baldige Ankunft des Papstesanzuzeigen. Ein tausendfältiges Rufen: es lebe Pins IX., eslebe unser heiliger Vater, erschallte alsbald in den Lüften;die Kanonen, alle Glocken mischten ihr furchtbares Gedröhneunter das freudige Zujauchzen der fröhlichen Menge. Pins IX.stieg aus dem Wagen, umgeben von dein kommandirendenGenerale und dem Generalslabe der französischen Armee,den Kardinälen, den Mitgliedern des römischen Magistrats,den Deputationen der verschiedenen Kapitel und Pfarreiender Stadt und den Gesandten in vollem Ornate, welche denheiligen Vater unter dem Portikus der Basilika zum heili-gen Johann von Lateran erwarteten. Alles kniete niever, umseinen Segen zu empfangen; Thränen der Rührung ent-quollen den Augen des Papstes; er streckte seine Hand, dievor Rührung zitterte, über die Menge aus, und trat indie Kirche.
Man hatte die zwei Tribünen des Ehors amphithea-tralisch aufgestellt, damit die Damen die Ceremonie besseransehen könnten. Tages zuvor hatte ich ein Eintrittsbilleterhalten, und ich kann Ihnen nicht sagen, was ich in demfeierlichen Augenblicke empfand, wo ich den heiligen Vater, un-ter dem Schalle einer herrlichen Musik und in Mitte seinerKinder, die außer sich vor Freude waren und sich drängten,ihn zu sehen, in den heiligen Ort eintreten sah.
Seine Haltung war edel und bescheiden zugleich; erging langsam, gefolgt von seinem glänzenden Gefolge, undauf allen seinen Zügen lag die zärtlichste Freundlichkeit.
Vor dem Hochaltare angekommen, kniete Pius IX.nieder, empfieng den Segen mit dem heiligen Sakramente,und begab sich dann nach der Petrnskirche; zur Rechten sei-nes Wagens den General Baraguah d'Hilliers zu Pferde,und zu seiner Linken den Fürsten Altieri, Kommandantender Edelgarde; außerdem gingen vor ihm oder folgten ihm