32
Wollenstem sammelt eine Armee.
alsbald mit dem Vorwurf blöder Engherzigkeit in Bereit-schaft! Und doch machten es die Unkatholischen OesterreichsKaiser Matthias zum Vorwarf, daß er Oberstenstellen vor-zugsweise Männern seines Glaubens anvertraue! Und hatteauch jetzt der König von Dänemark den Markgrafen von Ba-den, den Administrator von Magdeburg, den Grafen von Thurn,die er als erbitterte Feinde der Katholiken kannte, einzig deß-halb in seine Dienste genommen, in der richtigen Ueberzeugung,ihr Haß möge ersetzen, was an Geschick ihnen abgehe. Undhierin hatte er keine Täuschung sich bereitet. Würde er wohlin einen Obersten von unverkennbarer katholischer Glaubenstreue,selbst bei entschiedenerer Kriegsersahrung, das gleiche Vertraue»gesetzt haben?
Wieder müssen wir auf Wallensteins zu so eigenthümlichemRuf gelangtes Wort zurückkommen: der Krieg müsse den Kriegernähren. Welche Bedeutung er demselben in Bezug auf denKaiser zu geben gewußt, haben wir gesehen. In ähnlicherWeise brachte er es gegen die Reichsstände in Anwendung.Wie irgend ein Bauunternehmer eine große Menge Arbeiterin seinen Lohn aufnimmt, oder ein ansehnlicher Fabriköherreine Anzahl sonst brodloser Menschen beschäftigt, jener abervon der Ausführung deS Baues seinen Gewinn davon trägt,dieser durch die verwendeten Kräfte der Untergebenen zum rei-chen Mann sich emporschwingt, so sammelte Wallenstein einHeer, welches allerdings für die Sache des Kaisers focht, an-bei nicht allein die Mittel zu dem eigenen Fortbestehen, son-dern zugleich noch eine Vergeltung für die aufgewendete Be-mühung seines Schöpfers herbeizutreiben hatte. Da Wallen-stcin neben der Führung auch die Erhaltung des Heeres übersich genommen hatte, scheint er von den Erpressungen der Ober-sten einigen Antheil bezogen zu haben.
Die erste Erwerbsquelle eröffnete sich ihm schon bei der