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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Wallenstei» und Tilly.

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dann würde er den König sammt Christian von Braunschweigaus dem Feld schlagen können 2H. Aber jetzt schon hegte derChurfürst von Mainz die Besorgniß:weil die Spannung zwi-schen beiden schon so tief eingewurzelt setze, werde Herstellungguten Vertrauens schwer halten 24). "

Immer bedrohlicher wurden die Rüstungen des Halber-städters für Tilltz. Welche erfolgreiche Unternehmungen hätte nichtderselbe mit einer Verstärkung von 78000 Mann zu jenerZeit an der Weser wider die Feinde des Kaisers vollführenkönnen! Er suchte bei dessen Feldherrn wiederholt um dieseHülfe nach; erhielt aber von ihm den ausweichenden Bescheid:das dortige Volk setze an Zahl und Beschaffenheit dem Feindvollkommen gewachsen, er dagegen nicht sicher, von dem Dänenund Mansfeld vereint angegriffen zu werden; deßhalb könneer keine Leute entmüßigen 2Z). Darauf brach der jüngere Chri-stian in das Eichsfeld ein, und wieder wurde Wallenstein vonTilltz zu dessen Schutz aufgefordert. Er weigerte sich abermalsunter dem gleichen Vorwand 26 ), welcher offenbar aus Scheel-sucht gegen die Bundesarmee und ihren siegreichen Führer ein-gegeben war. Denn an dem gleichen Tage verhieß er demHerzog Georg von Braunschweig-Lüneburg 27), den er zu An-fang des Jahres durch das Anerbieten eines Regiments zuPferd und eines andern zu Fuß 2S) in des Kaisers Dienst hin-

Der Churfürst von Mainz hatte die Gewohnheit, die Anbringender Gesandten, sobald er dieselben verabschiedet, selbst niederzuschreiben; die-ses aber hatte er,weil er krank war", in die Feder dictirt.

2Z Entwurf seines Schreibens vom 11. Mai an Bayern; im Erzczl.A.

Wallensteins Schreiben an Tilly; im St.A.

2b) Wallensteins Schreiben an Tiliy vom 3. Mai; St.A.

27) Das Schreibe» an diesen vom 3. Mai; das.

2b) Wallensteins Schreiben an diesen vom 1. Jan. 1626 bei von derDecken I, 344.