88
Beschlüsse mit Schritte der katholische» Bundesstände.
burger allein, wenn vie Werbungen fortgiengen, 25,000 Mannunter ihren Befehlen haben, womit sie großes Unheil im Reichanstellen könnten. Es fehle nicht an Vorgängen, daß Fürstender abgekehrten Religion, wie tapfer sie auch für den Kaisergekämpft, nachher auf die andere Seite sich geschlagen«''), denKatholischen große Gefahr und Ungelegenheiten verursacht hätten.Dem Kaiser sollen die bedenklichen Reden der Herzoge vonLauenburg und von Holstein gegen die katholischen, vornem-lich gegen die geistlichen Stände , mitgetheilt, er auf die Ge-fahr aufmerksam gemacht werden, welche ihm und dem Hausvon diesen Leuten «°) erwachsen könnte. Die Verwendung deserfahrenen und erprobten Bundesheeres wäre zweifellos neuenWerbungen vorzuziehen. — Endlich wurde als wesentliches Be-dürfniß ein Collegialtag hervorgehoben; wegen persönlichenErscheinens sehe mit Sachsen und Brandenburg zu unterhan-deln, dem Kaiser von den Beschlüssen des Konvents Nachrichtzu geben, er darum anzugehen, 6000 Mann zu Fuß und 2000Reiter zu dem Bundesheer stoßen zu lassen?).
Sobald Ferdinand von diesen Schlußnahmen Kunde er-halten, gab er dem Hofkriegsrath seinen bestimmten Willen
u'') Vermuthlich eine Anspiel»»;; auf den Churfürsten Moritz von Sach-sen, der durch Kaiser Carl V. erhoben, wenige Jahre später gegen diesensich wendete.
8°) War es doch einer dieser Lauenburger, Herzog Franz Albrecht,welcher zur Zeit von Wallenstcins Katastrophe die Briefe Bernhards vonWeimar an diesen von Regensburg nach Eger bringen sollte, nach der Er-mordung des Herzogs von Friedland mit denselben in die Gewalt der Kaiser-lichen fiel, dann bald darauf zn Wien als Gefangener starb.
9) Nach Gfrörer S. 477 wären die Schlußnahmen des Bundes ausEifersucht gegen Wallenstein hervorgegangen (wie aber hätte er durch das bisjetzt Vollführte Eifersucht wecke» können?) und hätte der Bund eine drohendeStellung gegen den Kaiser angenommen (weil er durch das zuchtlose Kriegs-volk steh nicht wollte zu Grund richten lassen?).