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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Der Chnrfürstentag zu Mirlhausen im Jahr 1627. 165

sehen E. K. M. hoher Respect mehr lädirr als erhalten, dero Dienstmehr verhindert als befördert, dem Reich größerer Schaden dennVortheil beschafft und allen Ständen desselben ohne einigen Unter-schied fast nicht weniger als von dem Feind selbst zugesetzt wird. Esist damit nunmehr leider so weit gekommen, daß die Churfürstendes Reichs, wie sie dafür halten, ihrem Amt und ihren Pflichtennicht Genüge thun, noch es bei Gott, E. K. M. und der Posteritätwürden verantworten können, wenn sie solche gefährliche Bewandt-niß Z. K. M. länger verschweigen und dieselbe nicht in Zeiten vorannähendem Unglück treulich und unterthänigst warnen sollten.

Das Kriegswesen, dazu E. K. M. wider Ihren Willen durchdero und des Reichs Widerwärtige genöthigt worden, hat zwar seinebekannten und unvermeidlichen Zncommoda; aber wie sonst in allenandern Sachen gute Ordnungen nützlich, also sind dieselben in An-stellung, Fortführung und Erhaltung eines Feldlagers nothwendig;ja, so viel größer und weitläufiger dasselbige, soviel unentbehrlicherist die Disciplin dabei; und wenn es daran ermangelt, so ist esnicht möglich (wie solches alte und neue Exempel häufig bezeugen)einen Lxbreitum zu erhalten, viel weniger etwas Namhaftes damitauszurichten. Denn i» solchen Fällen, wenn schon eine ansehnliche,wohlgerüstete Armad auf die Beine gebracht wird und mit derselbengute nützliche Progresse im Anfang geschehen, so folgt doch gemei-niglich und gleichsam unfehlbar, wenn dabei scharfe militärische Ord-nungen ermangeln und abgehen, wenn einem General die Verstär-kung des Kriegsvolks ohne Maß anheimgestellt, den Oberste» keinAnritt- oder Laufgeld noch der Mustermonat geliefert, der Muster-platz auf keine festgestellte Zeit gerichtet, Lieferzeit» und Unterhaltin der Obersten Willkür gestellt und von den Unterthanen eigenesBeliebens erpreßt, bei Durchzügen und Einlagerungen in FeindsLanden die Contributionen, Service-Gelder sammt den Victualienohne Maß und Ende nach der Offiziere Wohlgefallen eingefordert.Rauben und Plündern verstattet und andere Znsolentien nachgesehenwerden, daß, sobald der Freunde Unterthanen und Länder erschöpft,das Geld, wie solchen Falls unausbleiblich erfolgen muß, ermangelt,und die gewohnte Fülle an Unterhalt abgeht, daß alsdann gemeinig-lich das Kriegsvolk zu verlaufen, oder zu höchstem Schaden des Feld-herrn, wenn man seiner Dienste am allermeisten bedürftig wäre, inSchwierigkeit und Widerwillen, ja wohl gänzlichen Abfall, die armen