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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Wallensteins steigendes Ansehen.

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nicht gleichzeitig im Reich und mit den Türken Krieg führenkönne, müsse man an dem kaiserlichen Hofe wohl selbst ein-sehen. Also nicht gegen auswärtige Mächte, sondern gegendas Reich überhaupt ist diese große Kriegsverfassung gerichtet,und nicht bloß gegen die protestirenden Stände, ebensowenig,wie etwa den Theologen am kaiserlichen Hof möchte vorgegebenwerden, zu Austilgung der Ketzerei. Man will eine römischeKönigswahl erzielen ohne Kapitulation, eine Erbfolge, eineösterreichische Oberherrschaft. Ein Blick auf den jetzigen Standder Sachen läßt hierüber nicht im Zweifel. Churbrandenburgist mit kaiserlichem Volk überfüllt; Sachsen von demselben um-schlossen; das Bundesvolk liegt in der Ferne, dem Feind gegen-über; Cöln ist erschöpft; Mainz hat das Volk in der Wetterauzu fürchten; Trier liegen einige Regimenter in der Eifel ausdem Hals; Bayern wird von Franken und Schwaben her be-droht alles, damit Wallenstein den Churfürsten Gesetze vor-schreiben könne. Habe doch an dem kaiserlichen Hofe Einer sichverlauten lassen: der Kaiser werde keinen Churfürstcn-Convent zu-geben, bevor er mittelst des Kriegsvolkes seine Absichten durch-gesetzt; diese aber beständen in nichts anderm, als darin, dieChurfürsten zur Annahme aller kaiserlichen Anträge zu zwingen.Auffallend bleibt es immer, daß man jetzt, wo die Feindetheils aus dem Reiche verjagt sind, theils gegenseitig sich inden Haaren liegen, von dem Frieden und wie das Reich vongänzlichem Untergang könne verwahrt werden, gar nicht rede»wolle ").

Das kann keinem Zweifel unterliegen, daß zu dieser Zeit Ein-zelne die Frage mögen aufgeworfen haben, ob nicht die Reichs-

'8) Vnuorgrcifflicher Discurs, Aus weß Vhrsachc der Herzog von Fried-land nit allem die vorige ohne der Starckhc Verfassungen continnire, sonndernoch darzn etliche Regimenter musstere rc.; bei Aretin Wallenstein, Urk. st.