Wallenstein bringt Mecklenburg an sich.
>77
markten konnten 73), war doch das Land nicht viel besser daranals die angränzenden Gebiete. Noch litt es schwer an den Fol-gen der dänischen Besatzung. Trotz dessen sollte es seinem neuenHerrn monatlich 30,000 Thaler einbringen. Daran waren aberbis zum Oktober 1628 bloß 69,548 Reichsthaler, 20,000 vonRostock Inbegriffen, eingegangen; 107 Abeliche, 6 kleine Städte,die Unterthanen von 20 Aemtern, insgesammt zu Grunde gerich-tet, blieben im Rückstand. Wallenstein befahl seinem VerwalterWengersky, den Landmarschall und die Landräthe vorzufordern,ihnen zu befehlen, zwei Monate der Rückstände alsbald, hinfortmonatlich die Kontribution einzuliefern 74).
Doch weniger von dem Standpunkt der Geldmittel, obwohldas Land zu Bestreitung des Wallensteinischen Hofstaates mo-natlich 20,000 Thaler zu liefern hatte 75), sondern unter dem-jenigen beginnender Erweiterung seiner Erhöhung und seinesRanges war Friedland diese Erwerbung so wichtig. Dieß be-währte sich darin, daß selbst das angränzende Pommern ihmdurch den Sinn gieng. Der Herzog hatte Stralsunds wegeneinen Landtag ausgeschrieben. „Er wird doch, bemerkte je-ner dem Obersten von Arnim, nicht Krieg mit uns anfangenwollen! Ich wünschte, daß ihn Lust hiezu anwandelte. Pom-mern stände Mecklenburg besonders gut an 76)". Selbst nochHöheres schien ihm nicht außer aller Möglichkeit zu liegen.
Hatte wirklich gegen Ende des Jahres 1627 der branden-burgische Geheime Rath, Gras Adam Ludwig von Schwarzen-berg, Wallenstein berichtet, „die Dänen wären mit ihrem König
?-) Frank XIII, 13.
^1 Abschrift der Briefe vcm 22. nnd j9. Oct; im KriegSa.
75) „In Ermanglung dessen, schreibt Wallenstein seinem Landshaupt-mann, hätte ich nicht zu leben; Förster Wallenstein S- 396.
7K) Förster Briefe Nr. 239.r. Hurtcr. Wallenstein.
12