Buch 
Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
Entstehung
JPEG-Download
 

Fortwährende Drangsale der Reichslande. 241

noch mehr folgen sollten, so daß der Herzog auch das noch zuverlieren fürchtete,wovon er bisher das Brod auf dem Tischgehabt habe". Und doch konnte er sich ebensowohl auf kaiser-liche Schutzbriefe als darauf berufen, daß er seit dem Vertragmit Tilly aller Gebühr nach gegen den Kaiser sich erwiesen.Ja eben dieser Treue wegen (die Stimmung muß bedenklichgeworden seh», die solchen Argwohn aufkommen ließ), meinteer, habe er diesen Jammer auszustehen.

Wie das kaiserliche Kriegsvolk in der Mark Brandenburgfreiwillige Aufnahme, bei dem Statthalter Markgraf Sigismundallen Vorschub fand, ist berichtet worden. Arnims Wunsch,zwei Regimenter dort einzuquartieren, fand bei Wollenstem kei-nerlei Einwendung 20 ). Ein persönliches Gesuch des MarkgrafenSigismund zu entsprechen, lehnte Wallenstein, auf Armin sich be-ziehend, ab, mit dem leicht auszulegenden Beisatz: sofern es mög-lich seyn werve. Dagegen kam bald darauf der Feldherr beidem Statthalter mit dem Wunsch ein: weil Mecklenburg undPommern überfüllt wären, möchte er noch mehr Volk in dasLand aufnehmen, unter vem Versprechen, gute Disciplin haltenzu wollen. Trotz dessen sollte dem Markgrafen nicht gestattetwerden, in Quartieren, in denen kaiserliches Volk lag, dieausstehenden Steuern durch seine Landreiter einzutreiben. Dochdie Rücksicht aus den hohen Betrag der für das kaiserliche Volkzu leistenden Kontribution veranlaßte Wallenstein zu dem Be-fehl an Arnim, jenen keine Schwierigkeiten entgegenzustellen?i).

Der Churfürst sandte im September 1628 seinen GrafenAdam von Schwarzenberg nach Wien, um die Abführung desVolkes zu verlangen, indem nirgends mehr ein Feind vorhan-

20) Förster Nr. 49.

2>) Das. Nr. 74. 124. 132. 169. 268.v. Harter, Wallenstein.

16