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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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284 Die Belagerungen von Stralsund »nd Magdeburg.

seine immer mehr anschwellende Kriegsmacht schwieriger unter-bringen konnte, verlangte er durch Altringer, daß Magdeburgentweder ein Regiment einnehme oder abermals 50,000 Thalererlege 63). Die Stadt weigerte sich.Diese Hartnäckigkeit,schrieb er ihr 6H, befremdet Uns. Bis jetzt hat Magdeburgzu dem schweren Krieg noch nichts gesteuert, weder dem Kaisernoch dem gemeinen Wesen. Wir wollen die Stadt erinnerthaben, in der Weigerung nicht zu beharren; sie könnte es be-reuen."

Dennoch bcharrte sie. Am 17. März 1629 erschien Altrin-ger mit einer Compagnie Croaten und sperrte den Verkehr. Erforderte erst 100,000, dann 50,000 Thaler, bloß 16,000 wur-den angeboten. Damit begannen Angriff und Gegenwehr.Bei entschlossener Rüstung der Bürger erhoben sich Bollwerkehüben und drüben, ward viel Blut vergossen, manch Ungemachvon der Gegenpartei über die andere verhängt, zu gütlicherBeilegung mehr als ei» Versuch gemacht 6Z).

Der Rath ließ einen Abgeordneten nach Güstrow zuWallenstein gehen, indeß die Hansestädte eine Fürbitte für dieselbe einlegten. Er wies die Bittsteller an Altringer.Blo-kirt man, schrieb er später, Magdeburg und Bremen, dannläßt sich der Hansebund zertrennen 6«)". Von einem andernGesandten, der nach Wien abgegangen war, wußte der Rathlange Zeit nicht, ob er noch am Leben oder todt seye. Dortaber vernahm man, wie Glaubenshaß in die Maßregel der

Khevenhiller XI, 771.

*>'') Der Brief vom Hornung 1629 bei Herchenhan Gesch. Wallen-steins I, 298.

Ueber die Ereignisse von Magdeburg giebt Auskunft dieausführ-liche wohlgegründete Deduction der Stadt Magdeburg" u. s. w. mit 42 Bei-lagen, 4. 1631.

66) Wallengeins Schreiben vom l6. Juni 1629; Pirn. A.