Die Belagerungen von Stralsnnd und Magdeburg.
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Tonnen Goldes zu liefern. Das war jenen zu viel;'sie ant-worteten: die Sache wäre in die Hände der Hansestädte ge-legt, ohne deren Zustimmung dürften sie zu nichts sich ver-stehen. So begannen unter großer Schädigung beider Theiledie Feindseligkeiten von neuem, bis am 25. September wiederUnterhandlungen eintraten. Jetzt wollte Wallenstein die For-derung wegen Aufnahme eines Regiments fallen lassen, mit50,000 Thalern sich begnügen. Als aber auch dessen der Rathsich weigerte, indem die Stadt- bloß an zerstörtem Korn einenSchaden von mehr als 100,000 Thaler durch das kaiserlicheKricgsvolk erlitten habe, erklärte Wallenstein, aus Gnade dieBlokade aufheben, freie Zu- und Abfuhr gestatten, alle um dieStadt aufgeworfenen Schanzen zerstören zu wollen. Dem folgteanderseits das Verbot, keinen Kaiserlichen zu verfolgen oderbewehrt vor die Stadt zu gehen.
Achtundzwanzig Wochen hatte die Einschließung der Stadtgedauert. Sie kostete Wallenstein über 2000 Mann, worunter36 Offiziere und drei Grafen; der Verlust der Stadt an Bür-gern und Soldaten beschränkte sich auf 136 Mann Wäh-rend der ganzen Umschließung hatte die Stadt an ihrem Le-bensbedarf keine Noth gelitten ; nach deren Aufhebungherrschte freier und freudiger Verkehr zwischen beiden Theilen.'Wallenstein hatte an Magdeburg so wenig sein Ziel erreichenkönnen als an Stralsund.
N) Khevenhiller S. 776-782.?') Häberlin XXVI, 34.