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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Die Biindescvnventc zu Heidelberg >,. Mergentheim und d. Jahr 1620 308

182,7421/2 Reichsthaler an Contributionen durch den OberstDragli neuerdings seye abgepreßt worden.

Bevor die Gesandtschaft zur Abreise nach Wien gerüstetwar, kam noch Anderes hinzu, was den Bundesfürsten em-pfindlich fallen mußte. Daß Wallenstein bemüht seye, ihr Heerzu Grunde zu richten, nachdem ihm der Versuch, es seinenBefehlen unterzuordnen, mißglückt war, konnten sie seit länge-rer Zeit sich nicht verhehlen. Diese Absicht war in der jedenWinter wiederkehrenden Erschwerung und Verkümmerung derQuartiere für dasselbe kaum zu verkennen; das Volk solltestörrig gemacht, ihm das Bleiben unter den bisherigen Fahnenerleidet werden. Redendem konnte das auf allen Stellen, wobeide Heere sich berühnen, hervortretende Beispiel schranken-loserer Befugniß für die Offiziere, größerer Ungebundenheit fürdie Soldaten, den beschwerlicher,! Dienst bei minderem Gewinnnicht besonders empfehlen. Daher früher Tillys Klage, daßmanche Offiziere das Bundesheer verließen, um in das kaiser-liche hinüberzutreten. Könnte in Wallensteins Bemühen, Tillyund Pappenheim zum Besitz von Reichslanden zu verhelfen,nicht die Absicht unterlaufen seyn, die Häupter des Heeres anein anderes Interesse zu knüpfen? Was bei diesen mißglücktwar, sollte jetzt bei den ihnen zunächst Stehenden mit besseremErfolg versucht werden.

Gewöhnen wir uns, die Zustände und die Erscheinungen,getrennt von den Veranlassungen und Ursachen, durch welchebeide jeweils sind hervorgerufen und gebildet worden, in dasAuge zu fassen, alsdann wird meistentheils das Urtheil anderslauten, als wenn wir dem Zusammenhang der erstern mit denletzten: ebenfalls eine Berechtigung zugestehen. In Folge deserstern mögen wir es als einen Uebelstand anerkennen, daßbei einem Krieg gegen gemeinsame Feinde, zu verwandtemZwecke, zwei ans demselben Lande hervorgegangene, zwei von