312 Die BundeSconvente zu Heidelberg u. Mergentheim und d. Jahr 1629.
in acht Tagen werde Wallenstein mit 2000 Pferden und 80Compagnien Fußvolk dort eintreffen. Dieß seye mitgetheiltworden, ohne um Gestattung des Durchzuges nur ein Wortanzubringen. Unter solcher Heeresmacht einen persönlichenConvent anzustellen, seye im Reich nicht Herkommens. DerChurfürst müsse das Verlangen, mit Einquartierung verschontzu werden, wiederholen; ebenso daß bei Durchzögen um Er-laubniß und Vergünstigung angesucht werde, endlich daß desHerzogs von Friedland neue Patente und Werbungen aufhör-ten. — Man solle demselben diese sächsischen Aeußerungen mit-theilen, wurde in Wien beschlossen.
Was hals eö? Schwerlich viel mehr als der Klagebriesdes Erzherzogs Leopold: „wie er wohl wisse, daß eS bei demKrieg ohne Schaden nicht ablaufen könne. Aber Brennen,Weiber schänden, Leute niedermachen, Fenster und Ofen ein-schlagen, Nasen und Ohren abschneiden, andere Marter solltenverhütet werden. Man stelle zwar dergleichen Sachen vorS. M. in Abrede; doch seye, was er schreibe, nur allzu wahr.Er kenne viele Offiziere, die vor Kurzem schlecht aufgezogenwären, gegenwärtig drei- bis viermal hunderttausend Guldenund noch mehr besäßen, nicht über den Feind gewonnen 2s>>),armen Unterthanen katholischer Fürsten abgepreßt. Wohl werdedie Schuld hievon Niemand Sr. M. beimessen, dennoch nehmedie Mißstimmung allgemein zu. Die Mehrzahl der Offiziereseye calvinisch und lutherisch. Da möge Gott den armenFrauenklöstern 26) helfen. Eine Anmahnung an den Herzogvon Friedland dürste nicht schaben 2?)". — Man sagt zwar,
26"') Der Oberst Görzenich gab seinen bloß im Naffanischen zusammen-gelriebcnen Raub selbst auf 200.000 Dncaten an; Keller S. 74.
In Italien. Das Kriegsvols, über welches der Erzherzog sich be-schwert, war nach Italien bestimmt.
Das Schreiben bei Khevenhillcr XI, 786.