Die Bundesconventc zu Heidelberg », Mergentheim und d. Jahr 1629. 323
etwas einzuräumen, wies er ihn ab: es sehe unmöglich. Ersolle dasselbe nur auf die katholischen Bundesstände legen,dann habe er mehr Quartier, als er mit einer fünfmal stärke-ren Zahl. Sollte in Italien Friede geschlossen werden, dannhätte er ebenfalls die dort verwendeten Soldaten in dem Reichunterzubringen. Sonst erbot er sich alles guten Einverständ-nisses. Der Markgraf Sigismund von Brandenburg, der Her-zog Wilhelm von Sachsen-Altenburg, die zu gleicher Zeit wegenErleichterung ihrer Länder in Halberstadt sich befanden, konn-ten ebensowenig erreichen 52).
Als kurz nach dem Mülhauser Convent für seinen Herrnder nassau-saarbrückische Rath Hagen, der für ansehnliche Ge-schenke in Friedlands Canzlei bloß eitle Versicherungen, dieohne Erfolg blieben, in schönen Worten zurückbringen konnte"),trat, wenigstens bei seiner nächsten Umgebung und Tilly einGegensatz hervor, daß durch Geschenke bei diesem nichts aus-zurichten war. Als Graf Johann Ludwig von Nassau-Weil-burg im Jahr 1623 Erleichterung der Grafschaft Diez bei demBundesfeldherrn erwirken wollte, wollte er eine goldene Ketteim Werth von 2400 fl. mitnehmen, erhielt aber den Rath,sie demselben nicht anzubieten, weil sie würde zurückgewiesenwerden"), was freilich bei seinen Untergebenen keine Nach-ahmung fand.
Auch an Solchen fehlte es nicht, welche selbst aus weiterEntfernung Wallenstein gegen Tilly zu erbittern beflissen waren.In der Mitte deS Jahres 1629 erhielt der kaiserliche Feld-hauptmann von einem I. M. Slawata aus Amsterdam die
Schreiben Tlllys cui Mainz den 24. Dec. ; im Erzczl.A.Keller die Drangsale des naffanische» Volkes, S. 87.") Keller S. 48.