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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Der Cement zu Regensburg. - Wallensteins Entlaffung. 365

aus allen Gegenden des Reichs bald täglich zusammenlaufendenKlagen sich an, die flehentlichen Bitten der Churfürsten, einGesuch des Königs von Ungarn, an Wallensteins Stattden Oberbefehl ihm zu übertragen. Dieses alles bearbeiteteden Kaiser. Er fand sich zwischen seine redliche Gesinnungund die Gunst, die er seinem Feldherrn zugewendet, in dieMitte gestellt. In jener versicherte er einen Abgeordneten desChurfürsten von Bayern:der Herzog von Friedland seye inReden und Moribus etwas grob; er aber werde ihm nichtmehr gestatten, als sich gebühre." Unter Thränen sprach erjenem Abgeordneten von einem Traum der letzten Nächte, inwelchem er und der Churfürst einander in die Arme gefallenwären und, wie er bei dem Erwachen gemerkt, aus Liebegeweint hätten.Ich wünsche, fügte der Kaiser bei, daßdieser Traum ein Vaticinium und in das Werk gerichtetwerde 2>)".

Dennoch wieder konnte der Kaiser seinen Feldhauptmanunicht aufgeben, wendete er fortan sein Vertrauen ihm zu. Wirsehen dieses aus folgender Zuschrift Wallensteins an ErzherzogLeopold 2-Z,

Durchleichtigister Erzherzog!

Ihr Matt. haben mir befohlen, mein paror zu geben, was manwegen der Beliebiger izt solte vor die hendt nehmen, mein Meinungist, das man das merk izt noch ein wenig solle in sialu poiulentilassen, bis der Herzog von Saphoi al 8slvo ist, welcher durch diedivcrsion in Frankreich, wie auch, wenn der Spinola sich mitt Casalwirbt elisomperirl haben, geschehen wirbt; als denn wird man ihnenein oolpo seeuro geben können, izunder müssen wir das Hauptwerkin acht nehmen, ich lasse izt aufs neue bei 15 oder 16 tausendt man

2>) Aretin S. 63, aus den Berichten des Capnciners P. Valeriano,der zu dieser Zeit in Wien sich befand, an den Churfürsien von Bayern.

22 ) Im Reichsarchiv; Reichsaeten läse. 19.