Der Konvent zu Regensbnrg. - Wallensteins Entlassung.
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sehe» hatten, bewährte sich jetzt. Der Vorgang mit Mecklen-burg, das Verfahren gegen Stralsund, sodann die Polen ge-leistete Hülfe und Walleusteins stolzer Titel als General desbaltischen Meeres waren die Gründe, mit denen er diesen Ein-bruch auf des Reichs Boden rechtfertigte 37). Mangel, Seuchen,Fahnenflucht hatten die kaiserliche Streitmacht in jenen Gegen-den auf 8000 Mann zu Fuß und ckOOO Reiter vermindert.In Unmuth und Zweifel, dem hcranstürmenden Feind und derfeindlichen Gesinnung der Landcsbcwohner gewachsen zu seyn,übergab ihr Anführer den Oberbefehl dem Grafen von Schaum-burg. Die Verhandlungen in Regensburg zogen durch vierMonate in unfruchtbaren Erörterungen sich durch, ohne daßdieses neuen Feindes nur wäre gedacht, derselbe irgendwie wäreberücksichtigt worden, so wenig als den von vielen so hochge-stellten Feldherrn die Pflicht oder die Klugheit gemahnt hätte,dessen leicht zu ahnenden Glückslaus zu hemmen.
Es kann nicht in unserer Aufgabe liegen, den Gang unddie Verhandlungen des Konventes zu Regensburg darstellen zuwollen; wir haben uns auf dasjenige zu beschränken, was aufWallenstein Bezug hat 3»).
Bevor die Churfürsten den kaiserlichen Antrag beantworte-
st Sein Manifest bei Khevenhiller XI, 1290.
^) Dieß nach den allerantcnthischsten Quellen. Zuerst „Tagebuch überdes Kaisers Aufenthalt in Regensbnrg", von jenem Matthias Arnoldinus vonklarstem, welcher zehn Jahre früher so große Mühe steh gegeben hat, dieSooielas Llirisliana (von welcher vor drei Jahren ln den hist. pol.Blättern Bericht gegeben worden ist) über die ganze katholische Christen-heit zu verbreiten. Er nennt sich in diesen, Tagebuch mit den Worten:„mir Arnoldinus ist befohlen worden." Sodann das Protokoll des kai-serlichen Geheime» Rathes, eigenhändig und allem Anschein nach währendder Berathungen von eben diesem Arnoldinus, der die Stelle eines Se-kretärs desselben bekleidete, verfaßt. Beide im Reichsa. Reichstagsactenkäse. 77.