374 Der Konvent zu Negensburg- — Wullenfteins Entlassung.
sürsten in der Erklärung Beruhigung finden: „niemals seyeeö I. M. Absicht gewesen, Ihren Obersten Feldhauptmanneinem getreuen Churfürsten oder Stand zu dessen Beleidigungüber das Haupt zu setzen, vielmehr das h. R. -Reich vor äus-serlichen und innerlichen Machinationen und Gefährlichkeitenzu schützen. Sollten- wider den General besondere Klagen zuführen seyn, so wollten I. M. dieselben willig anhören, darüberder Gebühr nach also sich erklären, daß die Churfürsten keineUrsache haben sollten, sich zu beschweren."
So lautete wörtlich die Antwort, die schon des folgendenTages ausgefertigt wurde §2). Eingangs berief sie sich bezüg-lich der Kriegsbeschwerden auf bereits erlassene Ordnungen,stellte weitere sammt angemessenen Strafen in Aussicht; sagteüber die weitere Kriegführung Berathung mit den Churfürstenzu; und verhieß Betreffs der Constitutionen zweckmäßigere Ein-richtungen.
Wir müssen nun die Verhandlungen über die Entlassungdes obersten Feldhauptmanns von derjenigen seiner Ersetzungtrennen; können aber auch diese nicht außer Acht lassen, weilWallenstein durch sein Verfahren als Feldherr mittelbar einenerschwerenden Einfluß darauf übte. Der Kaiser war auf jenesGesuch längst vorbereitet. Unmittelbar nach der ersten Mit-theilung durch die beiden Churfürsten kam in dem GeheimenRath die Frage zur Erörterung: ob man auf ein anderesHaupt, auf einen andern General zu denken habe? Am Schlußder Berathung sprach der Kaiser seinen Willen aus: „alleGeheimen und andern Räthe hätten sich jedes DiscurseS vondieser Materie außerhalb des Rathes gegen männiglich zu ent-halten, alles auf I. M. Resolution zu stellen." An der zwei-
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