Band 
Sechster Band.
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Neue Versuche der Unkathvlischen.

Nli

wohl verdient sehe. Bei Willfahren gegen das Begehren dieserLandleute nm freie Religionsübung würden sie bald Prädican-ten kommen lassen und das zu Stande Gebrachte wieder ver-nichten. Die Pfarrer, wenn sie »»katholische Diener der Land-leute vor sich forderten und fortwiesen, handelten nicht nacheigenem Ermessen, sondern erzherzoglichem Befehle gemäß. Manwisse nur allzu gut, wie katholische Unterthanen bei sectischenPflegern keinen Schutz fänden; dürfte» diese bleiben, so wärenjene gegen Druck niemals gesichert; denn was ein Herr nichtselbst thun möge, das könne er leicht durch seinen Pfleger voll-führen lassen. Weshalb die Landleute dagegen, daß katholischeDiener ihre Religion vor dem Ortspfarrer zu bethätigen hät-ten, so sehr sich sträubten, seye leicht einzusehen; denn nurhiedurch erhalte jener über den katholischen Glauben der LeuteGewißheit. So wie aber jemand dem Pfarrer die Anzeigemache, er wolle bei einem andern Geistlichen zur Beicht gehen,so werde dieß gewiß keiner verweigern, einzig sich versichernwollen, daß es wirklich geschehe. Die Landleute möchten dochdie Personen und Reden angeben, durch die sie verunglimpftwürden; erst dann ließe sich Verfügung treffen, nicht aber aufallgemein gehaltene Klagen. Die Drohung der Hülfsverwei-gerung setze strafmäßig, auch den Landleuten zu verbeulen,I. F. D. mit dergleichen Gesuchen hinfort zu verschonen^)."

Trotz dieser wiederholten Versuche, die an sich nichts Ta-delnswerthes hatten, müssen sich doch die unkathvlischen Land-leute durch den Erzherzog nicht so gedrückt und gehemmt ge-sunden haben, den» sonst würden die unmittelbar diesen Erör-

>6) Auf der Rückseite der Schrift (im k. k. HA.) stehen die Namen;Statthalter (Bischof von Lavant), Hr. von Lantheri, von Schrattenbach,von Ursenbeck (geheime Räthe); dann:ist abgehört und soll augenblicklichabgeschrieben werden." Die Eröffnung wurde am 11. Februar 1605 den Land-leuten Angefertigt.