i Kapitel. i8 Abjatz. 105
Wer eine Religion nicht verehret und annimmt, derenHeiligkeit und Wahrheit durch so deutliche und gewisse Be-weise dargelhan und bestätliget wird : wer sich nicht verwun-deret über die so wunderliche Zusammenstimmung so vielerWeissagungen und Vorbi der , wie auch über den recht gött-lichen Zusammenhang des alten Testaments mit dem neuen:der muß fürwahr blind seyn, und ein verstocktes Herz haben«
Achtzehnter Absatz.
Von den Wundern, welche bey dem Lobe Christi sichereignet haben.
L. Nebst den kurz zuvor angepriesenen Weissagungen,Lurch welche die Gottheit Christi deutlich bewiesen wird, hastdu schon gesaget, daß Christus eben zu der Zeit seines Todeseinige deutliche Zeichen seiner Kraft und Macht gegeben habe:sage mir dann , welche sind diese gewesen?
A. Ich habe schon gemeldet, daß die Juden von Christoim Garten durch göttliche Kraft sind niedergeworfen worden,als sie ihn gefangen zu nehmen hinzugegangen : daß aldortder Malchus, welchem der Petrus das Ohrlapplein abge-hauen , von dem Sohne Gottes ist gcheilet: und daß gleichnach der Kreuhigung Christi wider die Ordnung der Naturdie Sonne drey ganze Stunden völlig verfinsteret ist gesehenworden. Nach dem Tode Christi hat sich noch vieles anderesdem Laufe der Natur widriges ereignet.
F. Ehe du von den übrigen redest, möchte ich wissen,waruin du gesaget, die Verfinsterung der Sonne sey widerdie Ordnung der Natur geschehen.
A. Dieses ist von sich selbst klar; denn Christus ist gestor-ben zur Zeit des Vollmondes. Er ist nämlich gestorben ebenan dem ftyerlichen Tage des Osterfestes, welches bey den Ju-den im ersten Monate am fünfzehnten Tage des Mondes ob-deutlich gehalten wurde. Nun weis jedermann, daß vermkge der Ordnung der Natur eine Verfinsterung der Sonnenicht geschehen könne als nur in den Neumonden; denn eskömmt eiye Sonnefinsterniß daher, wenn der Mond zwischen
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