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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
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z Theil. 2 Abtheilung.

F. Welche sind jene Gutthaten Gottes gegen uns ?

A. Sie sind so viele und so grosse, daß man selbe nichteinmal begreifen, viel weniger zählen kann. Doch damitwir dieselben, soviel eS uns möglich ist, vorstellen, könnenwir sie in drey Gattungen eintheilen , nämlich in die allg«meinen, in die besondern, und die persönlichen.

Die allgemeinen werden jene genannt, welche allen Men-schen zukommen; dergleichen sind die Erschaffung , der TodChristi rc.

Die besondern sind jene, welche nicht allen, sondernentweder nur den Christen zukommen, oder nicht von allen,sondern nur von einigen angenommen werden ; zum Beyspie-le, die Empfangung der Sacramente, die Gerechtferkignng,die Verkündung des Evangeliums rc. Denn obschon Chri-stus für alle ist gestorben, werden doch nicht alle gerechtfer-tigt , nicht alle empfangen die Sacramente, nicht alle ha-ben den Glauben , (2 Br. an die Thessal. z, 2.) nicht al-le hören das Wort Gottes.

Die persönlichen sind jene, welche jeden von dem barm-herzigen Gott zu ihrer Seligkeit mitgetheilet werden ; zmnBeyspiele, wenn einer fromm und christlich auferzogen istworden, wenn er zur Erkenntniß der Wahrheit gelanget,wenn er von der Sünde befreyet ist worden, wenn er durchzeitliche Uebel und Züchtigungen geprüft wird, wenn ihmalles, was seine Begierlichkeit verlanget, von dem barm-herzigen Gott wird abgeschlagen rc. Kurz: was immer wirhaben, ist von Gott, und es giebt Nichts , was nicht zurSeligkeit etwas.beytragen kann: damites aber, was immeres seyn mag , zur Seligkeit was beytrage, geschieht durcheine Gutthat Gottes. Man muß also Gott für alles Danksagen, und ihn bitten , daß wir feine Gaben wohl anwen-den mögen. Ich will zu jeder Zeit den Herrn preisen, sa-get der Prophet, sein Lob solle allzeit in meinem Mundeseyn. (Psal. zz , 2.) (1»)

L. Welche müssen bethen?

__A. Alle,

(M 1 l'iiess'Ll. S, 17 Lr leg.