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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
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3 Theil- 2 Abtheilung-

gerne in den Synagogen und an den Ecken der Gassenstehen und bethen, damit sie von den Leuten gesehenwerden, wahrlich sage ich euch, sie haben schon ihrenLohn bekommen, wann aber du bethen willst, geh indein Zimmer, versperre die Thüre, und bethe zu deinemVarer im Heimlichen: und dein Vater, welcher im Heim;lichen sieht , wird dir geben. (Match. 6, z, u.w.)

2. Es ist gar gut öfters, auch zum besondern Gebethe,in die Kirche gehen; theils weil aldort die Gegenwart Chri-sti den Glauben vermehret; theils weil das Haus Gottes einHaus des Gebeths ist, indem es durch eine besondere Webhung dazu bestimmet ist worden, daß also das Gebeth aldorteine mehrere Kraft hat.

z. Wann wir in der Kirche bethen, gebühret es sichvor allen, daß wir, besonders die verruchten Sünder, nachdem Beyspiele des Publicans im Evangelio, jenes beobach-ten , daß wir uns nicht dem Hochaltars nähern, sondernaus Demuth und Ehrerbietigkeit einen von dem Heiligthumemehr entlegenen Platz uns atlssuchen. (A)

F. In welchem Orte der Kirche solle man bethen, wannder Gottesdienst gehalten wird ?

A. Den Geistlichen ist das Heiligthum und der Chor;dem Volke das so genannte Schiff * der Kirche angewiesen.

S. Ist

(L) lmc. i8, iz.

* Dieses Schiff ist der wittere Theil der Kirche, welcher vondem Chcrc der Geistlichen bis zu der Thüre der Kirche sich erstrecket.Wer von der Abtheilung und Einrichtung der Kirche in den alten Zei-ten der Christen ein mehreres zu wissen verlanget, der mag indem vor-trefiichen Werkedes Herrn Fleury von den Sittewder Christen in demfünf und drcyssigsten Absätze sich erkundigen, wo er einen kurzenund doch hinlänglichen Bericht kann finden: einen Grundriß aberderselben hat uns der gelehrte BenedlctinerP. Hcrmannus Schollt-ner (ftrscleöb. DtieolvA. T'om. II (le poenlt. 8scr3m. Lsp. 4 ,Z pok psx. 274.) gelieserer, und jede Theile der Kirche sammt ei-ner guten Erklärung und Beitreibung zur theils nützlichen , theilsnothwendigen Erkenntniß vorgestellet.