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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
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2Kapitel. »Absatz. 41

Zuneigungen verachtet, und sich und alles das Seinige Gottaufopfert.

F. Damit dieses alles geschehen möge, ist es nicht nütz-lich wenigst gute Gedanken mit einem aufmerksamen Gemü-the unter tem Bethen sich zu machen ?

Zi. Dieses ist nicht nur nützlich , sondern gar nothwen-dig ; d nn der Willen wird nicht angetrieben und bewogen ,bis er das Gute wirklich erkannt hat. Damit wir also zurBereuung der Sünden, Liebe der Wahrheit und Gerechtig-keit, Danksagung für die empfangenen Gutthaten rc aufge-munteret werden , muß man zuvor nothwendig ein Nachden-ken ,und eine Erkenntniß der Sünden, der Wahrheit, Ge-rechtigkeit , Gutthaten Gottes haben : dieses alles muß unsnothwendig in den Sinn kommen, und mit Aufmerksamkeitbedacht werden.

L. Du hast oben gesaget, daß das innerliche Gebeth nichtim Nachdenken oder Vernünfteln bestehe: und itzt sagest du,das Nachdenken und Vernünfteln sey zum Gebethe gar noth-wendig : du sagest also was , das widereinander läuft.

A. Diese Dinge sind einander nicht zuwider. Das Ge-beth , wie ick gesaget habe, ist eine Erhebung des Herzenszu Gott. Der Willen zwar erhebt sich nicht, und wird zuGott nicht gebracht, wenn nicht das Denken des Gemüthsvorgeht: aber deßwegen mußt du nicht vcrmeynen , daß dasGebeth in dem Denken selbst bestehe. Du kannst nicht be-then , ohne zuvor nachzudenken: allein soviel immer du vonGott denkest, wenn nicht das Verlangen und Seufzen desHerzens mit dem Denken vereiniget wird, hast du nicht ge-bethet. ( 6 )

F. Du wirst wenigst zugeben, daß jene zum innerlichenGebethe untauglich seyn, welche sich solche Gedanken nichtmachen können , und deren Gemüth soviel sich nicht bemühenkann. C 5 A. Ich

(6) 8. i^risrr in ?ld>. z, n. 4. är in ?lsl. 5, n. 2.

Lc inzo Lnsrr. 4 , n. io. L in Llr>l. 37, n. 14. L in plal.76. n. 6. 8,y, ro, 12, iz, 14k 15. Sc in pssl. 118 8erm. ry,n 4. Lr Lnsrr. in ?l»I. ny, 0.9.61 in ?ssl. 140» v. 5. Lr iu141 , n/2 6r z.