2Kapitel. »Absatz. 41
Zuneigungen verachtet, und sich und alles das Seinige Gottaufopfert.
F. Damit dieses alles geschehen möge, ist es nicht nütz-lich wenigst gute Gedanken mit einem aufmerksamen Gemü-the unter tem Bethen sich zu machen ?
Zi. Dieses ist nicht nur nützlich , sondern gar nothwen-dig ; d nn der Willen wird nicht angetrieben und bewogen ,bis er das Gute wirklich erkannt hat. Damit wir also zurBereuung der Sünden, Liebe der Wahrheit und Gerechtig-keit, Danksagung für die empfangenen Gutthaten rc aufge-munteret werden , muß man zuvor nothwendig ein Nachden-ken ,und eine Erkenntniß der Sünden, der Wahrheit, Ge-rechtigkeit , Gutthaten Gottes haben : dieses alles muß unsnothwendig in den Sinn kommen, und mit Aufmerksamkeitbedacht werden.
L. Du hast oben gesaget, daß das innerliche Gebeth nichtim Nachdenken oder Vernünfteln bestehe: und itzt sagest du,das Nachdenken und Vernünfteln sey zum Gebethe gar noth-wendig : du sagest also was , das widereinander läuft.
A. Diese Dinge sind einander nicht zuwider. Das Ge-beth , wie ick gesaget habe, ist eine Erhebung des Herzenszu Gott. Der Willen zwar erhebt sich nicht, und wird zuGott nicht gebracht, wenn nicht das Denken des Gemüthsvorgeht: aber deßwegen mußt du nicht vcrmeynen , daß dasGebeth in dem Denken selbst bestehe. Du kannst nicht be-then , ohne zuvor nachzudenken: allein soviel immer du vonGott denkest, wenn nicht das Verlangen und Seufzen desHerzens mit dem Denken vereiniget wird, hast du nicht ge-bethet. ( 6 )
F. Du wirst wenigst zugeben, daß jene zum innerlichenGebethe untauglich seyn, welche sich solche Gedanken nichtmachen können , und deren Gemüth soviel sich nicht bemühenkann. C 5 A. Ich
(6) 8. i^risrr in ?ld>. z, n. 4. är in ?lsl. 5, n. 2.
Lc inzo Lnsrr. 4 , n. io. L in Llr>l. 37, n. 14. L in plal.76. n. 6. 8,y, ro, 12, iz, 14k 15. Sc in pssl. 118 8erm. ry,n 4. Lr Lnsrr. in ?l»I. ny, 0.9.61 in ?ssl. 140» v. 5. Lr iu141 , n/2 6r z.