lyo 5 Theil. 2 Abtheilung.
Vierzehnter Absah.
Von den feyerlichen Messen, von den gemeinen Messen,
und auch von jenen, bey welchen der Priester Meindas heiligste Gacrament genießt.
F. Auf wie vielerley Weise kann das Meßopfer verrich-tet werden?
A. Auf zweyerley Weise, nämlich feyerlich und mit al-lem Kirchmgepränge; oder ohne Keyerlichkeit, Gesang, undBedienung des Diacons und Subdiacons. Die auf die er-stere Weise gehaltene Messe wird ein Hochamt oder einefeyerliche Messe genannt; die andere aber eine gemeine oderstille, nicht als wenn sie in der That eine stille wäre, dennalle Messen, wie ich unten (In dies. Abs.) sagen will, sindöffentliche «oder allgemeine; sondern eö ist nur also zumBrauche geworden, daß man eine ohne Gesang gehalteneMesse eine stille nennet.
S. Hat man aus den alten Zeilen Beyspiele von beydenMessen?
A. Man hat sehr viele. Die Einrichtung der feycrli-chen Messe findt man bey dem heiligen Blutzeugen JustinuSin der zweyten Schuhschrift des christlichen Glaubens : (A)wie auch in dem Buche der apostolischen Satzungen, wel-ches dem heiligen Clemens wird zugeeignet, und von dem
man
(H) N. HpuloA. 2 psulo snte 6nem.
eine recht spitzfindige und zugleich lustigste Untersuchung haben will,der mag in der Geschichte des berüchtigten Gerundiv von CampazaSim fünften Buche das zweyte und die folgenden Kapitel lesen, in wel-chem-dte vielfältigen Fehler aus die lächerlichste Weise werden durch-geiogen : erlese aber auch das achte Kapitel, wo hernach die vortref-lichsten Regeln zur Verfertigung der Leichpredigten beygebracht, unddie heiligen Väter Gregorius von Nazianz, Grcgorins von Nyssa,und Ambrosius, wie auch Pouget gethan hat, ;um Muster und zurNachahmung bündigst vorgestellet werden. Es wird keinen verstän-digen, gescheiden, und ausgeräumten Kops reuen dürfen selbes Buch zulesen.