7 Kapitel. 20 Absatz. 225
F. Welche versündigen sich wider die einem sovortrefli-chen Opfer gebührende Ehrerbietigkeit ?
A. t. Welche sogar durch ihre alleinige Gegenwart inden Augen der Anwesenden schon ein Misfallen erwecken,weil sie nämlich durch ein ausgelassenes und unverschämtesAngesicht, ungebührliche Leibsstellung, schändliches Gerschwätz, ärgerliche Kleidung mehr als genug zu erkennen ge-ben, daß sie keine Andacht an sich haben.
2. Welche im Stande einer Todsünde ohne einige An-mulhung der Busse, und ohne auf eine Reue und Besse-rung bedacht zu seyn, dein heiligsten Meßopfer beywohnen.
F. Warum sagest du , daß jene, welche im Stande ei-ner Todsünde der Messe beywohnen, und Busse zu wirkennicht geneigt sind , wider die diesem Opfer gebührende Ehrer,bietigkeit sich versündigen ?
A. Weil sie Lügner und Gleißner sind. Sie scheinennämlich dem Angesichte und äußerlichen Aussehen nach Gottzu ehren ; aber ihr Herz ist weit von Gott. (Jsai. 2y , iz.Match. 15, 8.) Wenn man derselben äußerliches Verhal-ten ansieht, verehren sie Gott, und begehren demüthig diegöttliche Barmherzigkeit ; in der That selbst aber denken sienicht einmal an Gott, sie haben von einer Busse Nichts ansich, sie empfinden gar keine Reue, und bringen Gott viel-mehr zum Zorne als zur Barmherzigkeit , sie besänftigenGott nicht, sondern treiben mit ihm das Gespött. (Siehdieses oben in dies. Abth. i Kap. 5 Abs. durch Aussprücheder heiligen Väter bestältiget.)
F. Warum befiehlt dann die Kirche auch den Sündernbey dem hochheiligen Meßopfer zu erscheinen ?
A. Die Kirche ermähnet durch dieses Geboth die Sün-der , daß sie mit einer solchen Anmuthung des Glaubens, derDemuth, und Reue, wie es sich gebühret, der Messe bey-wohnen sollen.
Deßwegen verbieth (Die Kirche ) dieses hochheiligeOpfer zu verrichten , wenn nicht zuvor jene , welche ge-genwärtig sind , durch ihr äußerliches nach Gebühr ein-8 Band. P gerich-