Mißbrauch der Litteratur. 56z
Nun können wir nicht einmahl alle jetzt irrEuropa lebende Gelehrten, noch die feithundert Jahre» heraus gekommene Bücheralle wissen; darum muß einer, der einPolyhistor heißen will, sich nothwendigtodt, oder Zum Narren studieren. DasVergnügen, das sich hieraus hoffen läst,ist gantz unsichtbar, und die Erlernung dervielen Sprachen, so er wissen muß, nachaller Geständtniß, die verdrußlichste Mühe,so einer über sich nehmen kan.
5. „ Daß einer ein guter Pfarrherr,Sachwalter, Richter, Artzt, und Welt-weiser seyn könne, der von der Historieder Gelahrheit nichts begriffen hat, brauchtkeines Beweises. Denn man sehe sich nurein wenig in der Welt um, so wird Manaller Orten dergleichen Leuthe finden; dahingegen die laterzlores selbst bekennen, daßes kaum so viel rechte ?olyKittore8 gebe,als wir )ourngle haben, deren wahrhaff-tig noch lange so viel nicht, als Länderin der Welt sind. Kurtz, man mag dieEigenschafften eines Geistlichen, Artztes,und Weltweiten noch so genau betrachtenals man will, so hat man doch nicht nö-thig, sich das Bild eines Polyhistors zugleich mit einzudrucken. Man kan predi-gen, Beicht sitzen, das Abendmahl aus-spenden, krancke trösten, und imOonüsto-rio sein Votum geben, wenn man schonNn r nicht