Band 
[Erster Theil.]
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kegio Fulminatrix genannt, und dieVerfolgung der Christen aufgehobenworden sey. Man hat von langenZeiten her über dieser Begebenheitgestritten. Gewiß ist, daß Antoninin diesem Kriege in grosser Gefahr,besonders wegen der anhaltendenDürre, war, und daß sein Heer un-vermuthet einen erquickenden Regenbekommen, über die Feinde hinge»gen ein Ungewitter ausgebrochen;gewiß ist auch, daß sich damalsschon viele Christen unter der römi-schen Armee befunden , welche frey-lich den wahren GOtt um Rettungwerden angernffen haben. Da aberein unvrrmuthcter Regen, wobeyzugleich anderwärts ein Hagelwetterausgebrochen, auch ein bloß natür-licher Zufall seyn kann, so könnenauch die Menschen, ohne eine gött-liche Offenbahrung, nicht vor einwirkliches Wunder den unfehlbarenAusspruch thun. Eine Legio Fulmi»riatrix war schon zu Augusts Zeitenbekannt, und die Heyden schriebendiesen nnvermuthetcn Regen ihremJupiter PluviuS zu; ja man kannnicht einmal behaupten, daß sogleichaus diese Begebenheit die Verfolgungder Cbristen gänzlich aufgehört habe.Indessen hat man doch diejenige un-ter den Christen, so hierinn etwaswundermässiges gefunden, nicht vorniuthwillige Betrüger anzusehen.Sie hatten alle Ursache zu glauben,die göttliche Vorsehung, unter wel-cher ja auch bloß natürliche Vorge-benheiten stehen, habe bey dieserschleunigen Hülfe auch auf ihre Prü-der ein besonderes Augesmerk ge-habt. Da« folgende Jahr 17s. em-pörte sich Avidius Cassius wider denAntonin, wurde aber drey Monathernach umgebracht. Endlich nahmAntonin seinen Sohn Commoduszum Reichsgehülfen an, und starb»u Syrmisch in Pannonien den 17.Merz rgo. im 5-sten Jahr, als er

noch im Krieg mit den Markoman-nen begriffen war. Antonin warein vortrcsiicher Regent, au welchemman den Auespruch des Plato in sei-ner Erfüllung sahe, daß derjeni-ge Staat glücklich sey, in wel-chem entweder Welrweisen re-gierten, oder die Regentenivelcweisen waren. Er warein eifriger Beförderer der stoischenSekte, wovon seine zwölf Bücherx,; , oder Erinnerungen

an Sich selbst hinreichend zeugen.Frau Datier hat sie ins Französischemit Anmerkungen übersetzt. Jöh.Adolph Hofmann hat auch eine deut-sche Übersetzung davon herausgege-ben.

Anconinus, wird als der Verfassereines Reisebuchs angegeben, worin-neu die Wege und Straffen ausge-zeichnet sind, nach welchen die römi-sche Armeen vormals ihre Züge ge-nommen haben. Man weiß aberweiter nichts von ihm. Es ist sehrwahrscheinlich, daß besagtes Irine-rrrium von Mkhrern nach und nach,etwan zu Theodosius des Grossen Zei-ten , gesammelt worden.

Antoninus, ein berühmter Domini-caner und Erzbischos zu Florenz,wurde in dieser Stadt i;8y. geboh-ren. Er durchlief alle Aemter seinesOrdens, und wurde zu verschiedenenGesandlchaften gebraucht. PabstEugenius iv. ernannte ihn 1446.zum Erzbischos zu Florenz. Er hateine Lummnm Ureologicam 8. ^u-ris kontilicii er LLlarei 8»mmamnebst andern Werken geschrieben,und starb den r.May 1459.

Auronius, (Marcus) der Redner,that sich durch seine Beredsamkeit al-so hervor, daß, nach dem Zeugnißdes Cicero, damals Italien anfieng,Griechenland in diesem Stück denVorzug streitig zu machen. Er wur-de Prälor in Sicilien, wo er dieF 4 See-