464 Helvetischer Kikchen-Geschichten_
mM der Kirchweihe des Frauen-Münsters solle zwar ein Theil in diesesMünster komen,doch der grössere Theil bey dem Grossen Münster ge-blieben seyn. Doch wollen die vom Frau-Münster aus des Ludovict
Reliquien, beygebrachten Worten ihre Meynung behaupten, ihrem Closter desto
Streit zu grösseren Credit und Zulauf zu macheN/Und führten Wider die Chorher-
Zmich. nn hxs GrossenMünsters einen hefftigen Streit,darvon aber H. Bul-ltngrr sei. (a) wohl erinneret-Die Heiligen haben mehr Gefallen an derBürgeren Einigkeit,als an derselbigen Zweytracht, von dem wo ihreLeiber ruhen und stellet aus iviätcb.2Z:29 M der Stadt Jerusalem,welche voll Prophetischer Begräbnüffen war ein Exempel dar, daß der«gleichen heilige Leichnam für sich selbst, keiner Stadr Schirm geben.Ehrengedachter Herr Bullinger berichtet bey dieser Gelegenheit, daß»weder bey dem Grossen, noch beydem Frau-Münster viel dieser Heil-,'tbum gewesen. H.Heinrich Utinger, der Kwch zum Grossen Münster„Ottos habe ihm gesagt,als man (bey dem GrossenMünstMdieSärke„geöffnetchabe man nichts darinn gefunden als ein Schienbein etnwe-,.nigBeinletn,und eine Hauptschudel,die habe er ins Beinhauß getra-,.gen,und mit den Gebeinen anderer Christen vermischet. Der Sarck,,zum Frau« Münster, feye in der Reformation in Thuen geflöchnet biß„k.L.isz;.heimlich behalten, undbey dessen Eröffnung darinn gcfun-„den worden Bischofs Gebhards Zeugnuß in Bley geschrieben,daß er„die Kirch geweidet, und daS Heilthum dahin gelegt habe, seye aber..nichts gewesen,als ein Stuck von einer Hauptschüdehein Schienbein,„und etwas Gebein mehr, welches alles in die Erden, dahin der Men-schen Gebein und Cörper, nach göttlicher Ordnung gehören, gelegt„worden seye.„ Dieses war eben diejenige Ebr,welche diesen Heilige»von den ersten Christen zu Zürich bewiesen worden Sibe oben Bl. irr.-129. Sie wurden in der Erden gelassen, biß jemand (wie aller Orte»üllzugemein gewesen) stch erkühnet zusagen,Gott habe ihm den Ort ih-rerBegräbnuß gezeiget.Jn welchem Jahr solches geschehen seye,ist un-bekandr Gewiß ist,daß schon mehr als ;oo. Jahr nach ihrem Tod ver-flossen gewesen. Durch solches Vorgeben aber ist der Adcrglaub, wel-chen man mit ihnen getrieben,sehr gewachsen. Aus einem e. ,439.
geschriebnen Brtefist offenbar,daß dieSt-fftsherren deS GroffenMüu-st rs,unter anderem gefeyret haben,kettum «.evelanonis (b), das Festder Entdeckung dieser sel. Märtyreren. In diesem Jahr, in wel-chem bicseKirchweihe gehalten worden, soll LothariuS/KayferSLotbaritSohn,des verstorbnen KayserS Ludwigs n. Bruder, der Bertha Vet-
(a) WK. !.!!>. 4 . c. iz. (b) ktottinz. tl. L. VII.s6.