Band 
Dritter Theil
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N.C.G.

1522.

LOL_5?clvetischcr Kirchengefchlchteri

sicherlich / und scheinbarlich finde in H. Schrifft/oder in anderen gutenBüchren / bis daß solches durch die (Kirchen) Oberen erkennt wird.Der vielg, lehrte voLkor Erasmus/Habe denen Gelehrten/zu mehrerer/sicherer und besserer VerMdnuß der Wahrheit/viel gewahrnet/ ge-schrieben und geoffenbaret/ das dem gemeinen Volk grosse Aergernußbrächte: deßwegen selbige Sachen dem gemeinen Mann nicht sottenfürgetragen werden. Zwinglius solle gesagt haben:, daß under Huri-„dert oder tausent geistlichen Personen/Pricsteren/Mönchen/Closter-„frauen / Brüoeren und Schwösteren / und dergleichen / welche die„Keuschheit gelobt oder vcrheissen/kaum eine Person seye/die nicht Un-„keuschheit treibe: die solches nicht öffentlich tühen/die verüben bösers;„wie er durch Mittel der Beicht zu Einstdlen erfahren : und daß die„Beginen oder Gchwesteren / Bulbrieff herumtragen / und Kuplerey„treiben,!. Solche Wort bedunkten den Hofmann so schadlich/daß vielgut (Gelt) zugeben were/daß sie nicht weren geredt worden. Er sagtefehrners.'Daß Zwinglius die Lummitten, als Mexandrum äe^ies.Bonaventuram/Albertum / sonderlich Thomam undScotum/rc.;auch die Lehrer des geistlichen Rechten/Jnnoccntium I V. Hostiensem/Panormitanum/rc. als neue Lehrer scharff durchgezogen; auch außde-ro Schriffren öffentlich Meinungen angezogen / weiche dem gemeinenVolk thorlich nnd unnütz vorkommen möchten; habe er viel grösserenSchaden zugefügt/als ob er halb Wein und Korn und andere Früch-te / eines Jahrs oder mehr / ganz geschandt / verderbt / oder zunicht ge-macht hette. Es solle aber Zwinglius in seinen Predigen mehr aufbieVerehrung der H. Jungfrau tringen / und zeigen wie man zugleichGott und die Heiligen ehren möge: nicht verhinderen / daß man dasheilig Vatker Unser/auch denen Heiligen zu Ehren/spreche. Die LehrZwinglti/ daß die ungctauffte Kinder selig werden/verwirfst er : undhaltet für argerlich/daß selbiger gesagt habe/das Fegfeur könne auß H.Schrifft nicht genugsam bewiesen werden. Zwinglius solte seine Lehrnicht beweisen/auß Griechischen Schrifften/welche noch nicht in die La-tinische Spraach übersetzt seyen: auch nichts vortragen/welches er nichtmit Worten eines berühmten Lehrers zubekräfftigen wisse. Er wollenicht zugeben/daß man sage/die H. Schrifft seye bisdahin versteckt ge-wesen/und das Evangelium nicht geprcdiget worden. Endlich spracher: Denjenigen halte er für einen Ketzer/wclcher die H.Schrifft/andersals nach des H. Geists Verstand erklcihren wolle: und so ihm jemanderweise/daß das geistliche Recht mit H. Schrifft streite/ wolle er den-jenigen / der sich fehrners darauf beruffe / für siraffwürdig erkennen.

Sum-