Band 
Dritter Theil
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ii r Helvetischer Kirchcmzeschichten

N-C-G.-----

i; 2z. hat Sebastian Hofmann erzehlt/ daß auch er/wegen zu Luccrn/ von ih-

me auß H. Schrifft verworffner Anrüffung der Heiiigm/zu Eonstanz/verklagt/und der Ketzerei) beschuldiget/folgends von Lucern verjagt wor-den seye. Demnachdann Faber sage/daß diese Anrüffung m H.SchriffLgegründet / und solches dem gefangenen Priester von ihm dargethanseye/solle er um Gottes willen/die Sprüche auß H. Schrifft anzeigen.Faber aber blieb stumm. Leo )ud begehrte ein gleiches / sagende: Erseye neulich berußen worden/ein Pfarrer zu Zürich zuseyn. Weil er ver-merke/daß die Römische Sachen in H. Schrifft keinen Grund haben/könne er selbige nicht hoch halten. Werde auch seine Zuhörer allein aufChristi Fürbitt weisen/und mit Christi Leiden trösten. So sein Vor-haben unrecht/soll ihn Faber auß H Schrifft eines besseren unterwei-sen. Faber antwortete: Zween Hünde seyen des Hasen Tod. Habemit Leone / der ihm unbckant/ nichts zuschaffen: berußte sich aber end-lich / auf die durchgehende Gewohnheit der Christenheit: auf die Lika-Nie : aufden Meß-Onon : item daß Maria gesagt : Alke Geschlech-ter der Erden werden mich selig preisen : mit Beyfügen:So dieses nicht genugsam/befinde er sich bemüssiget zuschweigen. Aufgleichen Schrot hat es O. Martin von Tübingen gemachet. NachdemZwinglius selbigen mit stattlicher Antwort abgefertiget/hat Hofmannvon Schaffhausen/und v. Sebastian Meyer von Bern/dcren von Zü-rich Vorhaben gelobt / und Gott gebetten / ihnen Tapferkeit zugeben/daß sie weder durch Kaiserlichen noch durch Päpstlichen Gewalt/sichdarvon abschrecken lassen. Eingedenk / daß Gott gemeinlich grosseDing durch schwache Werkzeuge verrichte.

Auß' Nachmittag besamlete man sich wiederum. Da würd das Ober-

schlaz. Msich gesellet! Urtheil öffentlich abgelesen: Daß namlich/BsschoffvonConstanz vor einem Jahr/als dessen Bottschafftere zu Zürich gewesen/ersucht worden/alle Geistliche seines Vischthums zuberuffen / und mitihnen zurahtschlageu/was bey/dieser Zeit/erregten Glaubensstreitigkei-ten / jeder zu seines Gewissens Sicherheit zuthun hette: Darvon drobenBl. 79. zusehen. Nachdem aber der Bischofs solches unterlassen/scyebey überhand nemmender Spaltung/die Oberkeit zu Zürich genöhtigetworden / damahliges Gespräch anzusehen. Sintenmahl dann diejeni-gen/welche Zwinglium der Ketzerey bezichtiget/stch nicht unterstanden/solche Beschuldigung auß H. Schrifft darzuthun / soll Zwinglius inVerkündigung Göttlichen Worts tapfer fortfahren. Auch übrige ih-nen «Gehörige Kirchendiener/sollcn bey hoher Straff nichts predigen/als was sie mit H. Schrifft dmlhun können. Faber sagte nicht / ob