Band 
Dritter Theil
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176 Helvetischer Kirchengeschichtm

,^24.' Der vor einem halben Jahr / in öffentlicher Dispersion, wegenBeraht. der Wilderen ertheilte Bericht/erweckte nach dcro Abschaffung ein sehn-schkagunq liches Verlangen: so daß dann und wann Bilder beyseits komMN/wegenM' auch gefährliche Zweytracht darauß erwachsen (x). Allen Unordnun-(wxr vorzubiegen/hat Lobl. ^»Ziitrar verbotten/daß niemand Bil-ren/und der auß den Kirchen trage/sie weren dann das Seim'ge. Durch welchesMeß. Mittel viel Bilder auß den Kirchen kommen. Um daß aber die Zeit/welche die OberMt denen/so etwas wider die Abschaffung der Wildereneinzuwenden hetten/ bestimte/verflossen war; haben die Pfarrer/nichtnur in denen Predigen / auf solche Abschaffung getrungen / sonder sichauch persönlich für den grossen Raht gesiellt/und begehrt/daß in Got-tes Nammen/ wider Wilder und Meß ein Christlicher Schluß abgcfas-Wider die set werde. Hiemit ist dem Abt zu Cappel: auch Commenthur zu Küß--Bilder nacht: beyden Pröpsten zu Zürich und Cmbrach: den dreyen Pfarre-abgefaßte ren/Zwingli/Leo Jud/undEngelhart/Befehl zukommen/mit Zuthuntion ' etlicher Herren von kleinen und grossen Räthen/einen Rahtschlag (denman hernach trucken möchte) abzufassen / wie die Sach anzugrciffenwere: auch nachzudenken/wie man vermög Göttlichen Besatzes/gegenLeibeigene sich zuvcrhalten. Deren Antwort gieng 8ubü-mrchch dahin:Allbereit im verstrichenen Herbst/ habe man in einer Versamlung vie-ler gelehrter und frommer Marineren/auß Gottes Wort klahrlich er-lehrnet/ daß Meß und Bilder/ein Mißbrauch seyen. Doch/um denArgwohn/sam man Gottes Wort eigensinniger Weise erzwingen wol-le/abzuleinen ; habe man länger als ein halb Jahr Gedult getragen.In der Zwischenzeit/seyen die Bischöffe von Constanz/Chur/und Ba-sel / samt dasiger Hohen-Schul: alle Eidgnöffische Stände: ja alleChristen/um Gottes willen ersucht worden/so sie befinden/daß Zürichhierin« irre / solches/von Simon Jud^ bis Pfingsten/zuwciscn. Aberin solcher ganzer Zeit / seye niemand erschienen. Etliche Bischöfflichezwahr/und andere vermeinen/ohne ein Concilium solle man dergleichennichts fürncmmen. Nun seye schon vor 8o. Jahren ein Concilium ver-sprochen/doch nie gehalten worden / und seye noch dermahl kein freyesConcilium zuhoffen. Zu dem / lasse sich das Gewissen an kein Conci-lium binden: sonder habe allein auf Gottes Wort (welches über alleMenschen herrsche) zusehen. Demnach das Urtheil des Worts Gottesangehört worden,müsse man sich selbigem untergeben: ungeachtct/wasviel oder wenig Menschen darvon halten. Dieses Wort müsse nichtauß dem menschlichen Urkheil/sonder durch sein eigen Luche erkennt wer-den:

(x) Viö. Hiom-NIsrerur in Vit. iua iciic.