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Helvetischer Kirchengeschichten
Abhand-lung fol-genderGeschich-ten.
N.L-G-»5Z7-Dlspura-tion undReformatio:> m
Engadm.
sIe ang.denkenöwürdige Begebenheiten/wel-sche in dem noch übrigen Zeitlauss uns vorkommen/sind von so grosser Anzahl/daß/wann wir selbige alle/dem Leser/in dero Ordnung/und so umständlich/alsuns/nach dem Vermögen das uns Gott mitgetheilet/die vorgehende Begebenheiten vorzustellen angelegengewcsen/entwerffen wolten/wurde dieses Buch nicht weniger als beydeletstere / anwachsen. Demnach aber die Geschichten sothancn Alters/mit besonderem Fleiß/von verschiedenen abgehandlet worden: auch deroBeschreibung in so viel mehreren Händen: und dero Beschaffenheit/inso viel frischerer Gedächtnuß sind/so vielmehr sie unseren Zeiten sich nä-heren ; werden wir unter schweren Mitwürkung der GnadcnhilffGot-tes/neben Fortsetzung demjenigen Dingen/welcher Anfang zum theilhieoben enrworssen/allein solche Sachen berühren/welche an Wichtig-keit anderen vorgehen / oder um gegenwertigen Zustand der Eidgnössi-schen Kirchen / desto besser zubegreissen / ein besonders Liecht mittheilenkönnen. Wird von uns eins und anders / welches von dieser Natueseyn möchte/mit Stillschweigen übcrgangen/oder etwas/so von gerin-ger Wichtigkeit zuseyn / anscheinet/von uns untergemischet / so beliebedem Leser zubedenken/daß/gleich nicht alle Sachen/allen Augen in glei-cher Grösse vorkommen / also der Sachen Wichtigkeit oder Nutz/ nichtvon allen gleich beurtheilet werde. Über das/ daß wir gern nachgeben/daß eines und anders / auß Mangel Berichts / von uns möchte Über-gängen werden. So dem großgeneigten Leser / sothancn Mangelzuersetzen / und notwendigen Bericht uns zuertheilen belieben wird/wird er nicht so fast mich / als die werthe Nachkommenschafft/ dadurchverbindlich machen.
Als des abwesenden Huldrici Campelli/eines jungen / gelehrten/und mit der Zeit um die Pündtnei ische Kirch wolverdienten Manns/Eheweib zu <L>us / im unteren Engadin / am 8- Tag Aprel/eines fchwa-^ chen Töchterlems darnieder gekommen/und dessen Großvatter/CasparEampell/ein Ley/um daß er das Kind nicht wokte von dem Priester/vielwcmger von der Wehmuter tauffen lassen / diß H. Sacrament zu-gedienet. Vevorab weilen er seine Suser bey Hauß in EvangelischerLehr zuunterweisen pflegte »'verklagten ihn desEvangelii Widerwertigc/auf einem am i.Tag Brachmonat zu Chur haltenden Bundstag; erwere seines Sohns Gevatter worden: durch Uberfchung desKirchen-gebotts von der geistlichen Verwandschafft/Habe er fernes Sohns Ehezertrennt : und solte wegen solchen Frefels verbrennt werden. Die Tag-herren