Band 
Dritter Theil
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-72.6 Helvetischer Kirchengerichten

N.CG.---—-—

i;z?. in ihrer Ordnung untersucht werden. Als kein Theil weichen / und die

Meßpriesier zweymahl das Garn aufheben wolten / die Evangelischeaber dieSach den weltlichen Abgesandten in die Schos geworffen/ha-ben diese gut befunden / i. Daß vorderst/von dem ersten IlantinischenArticul: hernach vom Weibertauff: und endlich von den übrigen Jlan-tinischen Puncten/geredt werden solle. H. Daß die Gründe allein außH.Schrifft geholet: der Evangelischen Gründe von den Papstlerenbeantwortet: von den Evangelischen hinwiederum erläuteret werden:die Päpstler endlich beschließen : hiemit jeder Theil zweymahl angehörtwerden solle. Auf solchen Fuß ist die Disputation am 29. Tag Christ-monat zu Sus in der Kirch/ in Beyseyn viel hundert Personen / vonbeyden Geschlcchteren inEngadinischerSpraach/an die Hand genom-men/ und von Morgen bis Abend/so eifcrig fortgesetzt worden/daß siesich für das Mittagmahl fast keine Zeit gelassen. Es würd aber nie-mand erlaubt / mit einem Gewehr in dieser Versamlung zuerschcinen.Niemand hat geredt/als Gallicius undBardus/er hette dann Erlaub-nuß. Der erste Satz lautet also: »DieKirch ist auß Gottes Wort ge-„bohren/und höret nicht die Stimm eines Frömden». Demnach Gal-licius die Wahrheit dieses Grundsatzes dargethan/haben ihm die Papst-ler Beyfahl gegeben. Über den Weibertauff würd ernstlich gekämpfk.Als die Partheyen sich nicht vergleichen könten / haben die weltlicheHerren Gesandte/einige Einwürffe gegen die Evangelische gethan: die- Prediger aber/nachdem sie dargethan/daß die Zudienung des H.TauffSallein denen Kirchendienern erlaubt seye: haben mit dieser prorelizrionbeschlossen: «Unserthalb könnet ihr erkennen was euch beliebet. Gottes„halb aber nicht. Sehet euch wol vor. Wir werden nicht eines Haars-„breit von Gottes Wort weichen,,. Die Meßpriesier trungen auf denWeibertauff. Als dieser einer/von Gallicio befraget worden: Wannsolcher Tauff zubillichen seye; wie es komme/daß die durch Weiber ge-tauffte/von den Priesteren wiederum gctaufft werden? antwortete derPriester: Er wiedcräfere den Weibertauff mit diesem Beding: „N.„bist du gemufft / so tauff ich dich nicht: bist du aber nicht gemufft / so„Muff ich dich im Nammen/rc.„. Gallicius versetzte: Hiemit werdeder Weibertauff von ihm in Zweifel gezogen. Aber die weltliche Her-ren hiessen hievon stillschweigen. Petronius hielte sich sehr ungehalten:redete ohne Schrifft : übersudclte die Prediger und dero Lehr mitSchmchworten/ so daß L korrs selbigem ernstlich zugeredet/ mit Bey-fügen : Cr glaube/daß diß Maul bald seinen Lohn kriegen werde: wel-ches von etlichen als eine Weissagung angesehen Wochen. Zumahl die-