_Sibmdes Buch._ 1295
Evangelische Kirchen geschleißt / alles Evangelische Religions-Exerci-tium / nicht nnr in gemeinen/sonder auch in priv^r Hauseren/und aufallen Schlosseren niedergelegt: den Predigeren/welche die Religion nichtanderen wollen / innert 14. Tagen auß dem Reich zugehen gebotten:den übrigen Unterthanen (deren annoch mehr als 2202002. Evange-lische gezehlet worden) auß dem Vatterland zuweichen/bey Straff aufdie Galeeren gefeßlet zuwerden/ verbotten: wo ihnen bey viel tausentDragauner auf den Halß geschicket worden/welche als Kriegsleuch desrohten Bracken/mit höllischem Drackengrimm die arme Leuth solanggeplaget / bis sie zur Meß zugehen versprochen. Welche standhafftigund unüberwindlich gewesen / sind in grosser Mcinge auf die Galeerengesendet worden. Gleichwol könte man nicht verhinderen/daß nicht ei-nige hunderttausent Seelen / sich hie und dort auß dem Reich prsLU-ciert: zumahl dero etliche tausent durch die Eidgnoßschafft passiert/undnach Vermögen/mit Hilff und Raht equicket worden; ohngeachtet die-se ehrliche Leuth/allein um daß sie an Gott treu geblieben/ und widerdenselbigen nicht rebellieren wollen / als Rebellen gegen ihrem König:hiemit solche/denen man/Krafft mit Frankreich habenden Bunds/Her-berg/und selbst Paß abzuschlagen schuldig seye/außgefchryen worden:welches aber durch eine gelehrte Feder auß Göttlichem und menschlichenRechten stattlich widerwiestn worden.
Die Flammen dieses Feurs sind auf die hohe Savoische Gebirgübertragen worden. Zwahr hat es daselbst nicht an Feurblaseren ge-mangelt. Zumahl ^n.CKr.166z./zuwider der ^nno 1655. gethanenVersöhnung / S.Jean des Gottesdiensts beraubet / und viel andereGewaltthätigkeiten verübt worden : gegm welche die Thalleuth zurNohtwehr geschritten. Um daß keine andere Mittel anschlagen wollen/haben die Evangelische Stände im Weinm. besagten Jahrs / nach zuLangenthal gepflogener Unterredung/Herren Landvogt und Stattschrei-ber Joh. Caspar Hirzel / von Zürich / und Herr Oberst Gabriel Weißvon Bern/an den Herzog abgefertiget: welche bey dem Herzog so vielaußgewürkek/ daß er denen Thalleuthen (wenig außgenommen) Gnadund Verzeihung alles verloffenen ertheilt: die /m.dkr.i 6 s 5 - zu Pigne-rol zugesagte Religionsfrepheit bestätiget/doch ohne/daß zu S.Jeaneine öffentliche Religionsübung und Kinderlehr solle mögen gehal-tene die frömde Kirchendiener aber allem so lang geduldet werden / biseine genügsame Zahl deren einheimischen sich befinde. Aber nachdemFrankreich/von Verfolgung deren Evangelischen ?rofc6ion gemacher/Hat der Französische Abgesandte amSavoischen Hof/ selbigen Herzog
durch
N.C.G.
lös;.
GleichesUnglücktrifft diePiemon-teftr.