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Im Homer geschieht auch in der That nicht von Memphis, sondernnur von Theben Erwähnung * * ***) ). Die Hauptmündungen des Nilswaren die Pelusiakische und Canopische, und das Gestade erstrecktesich in gerader Linie von der einen zur anderen, zur Zeit als Pto-lomäus seine Geographie entwarf; später ergoß sich der Flußdurch die Bolbitinischen und Fatnitischen Mündungen, und das Gestadenahm eine halbmondförmige Gestalt an. Rosette und Damiette,welche da vor einem Jahrtausend am Meere lagen, sind jetzt zweiMeilen weit davon entfernt. Zugleich erhoben sich auch die Nilufer,so daß die alten Denkmäler zum größten Theile bereits vergra-ben sind.
Unter den vielen Beispielen, welche sich in allen Ländern dar-bieten, wähle ich solche aus, welche uns in Gegenden führen, derenGeschichte uns zu besonderer Aufmerksamkeit auffordert. Die An-schwemmungen des Nils stellen das gränzenlose Alter in Frage, aufwelches die Egypter Anspruch machen. Girardin wies nach,daß der Boden der Nilländer sich um 26 Millimeter jährlich hebt;da nun Theben auf einem 6 Meter tiefen Boden steht, so kann dieseStadt nur 45 Jahrhunderte alt seyn.
Die nämliche Erscheinung wie im Egyptischen begegnet uns imRhonedelta, da die Rhonemündungen sich in 1800 Jahren um 9Meilen verlängerten. Die schönsten Städte von Aeolis sind von denAnschwemmungen überdeckt; Elis, Cuma und Pitana ragen nochkaum aus dem Sande des Caicus hervor, welcher den Hafen vonPitana und den in der Nähe von Elis ausfüllte; der Hermus wirdbald den Busen von Smyrma geschlossen haben, der Meander hatden von Mitylene zu einem See erweitert, den Busen von Ephesushat der Caistrus mit Erde gefüllt E). So verschütteten auch dieDünen im Golf der Gascogne viele Dörfer, welche auf Karten ausdem Mittelalter verzeichnet sind; da sie aber im Jahr um nichtweniger als 72 Fuß vorrücken, so bedrohen sie noch viele Orte undwerden sogar in 20 Jahrhunderten Bordeaux erreicht haben. Bänkerothen Sandes, kaum aufgehalten vom Walde von Facardin ff),rücken unaufhaltsam gegen Bepruth in Syrien vor. Denon zähltauf, wie viele egyptische Städte und Dörfer vom Sande verschlun-
*) Diese Benennung ist von Aristoteles, B. I- K. XIV der Meteoren.
Vertrag in der Par. Akademie der Wissenschaften, 1818.
***) lexler, Rapport au miuistöre äs I'iustruotiou publigue, 1837.
-s) lleseriptiou äs NLA^pte.