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äußere Handlungen beschränkt sind, so sind sie nicht dazu geeigen-schaftet, den Geist zu abstrakten und spekulativen Gedanken zu er-heben, dagegen sehr geeignet zu einfachen historischen Darstellungenund zur auserlesenen Dichtung voll reiner Eindrücke und rasch wech-selnder Empfindungen; darum haben sie auch keine rationelle philo-sophische Schule auszuweisen, und in ihren erhabensten Werken findetman keine Spur eines metaphysischen Gedankens. Die höchstenOffenbarungen des Glaubens, die düstersten Prophezien, die tiefsteMoral sind in der Bibel in körperliche Bilder eingekleidet; dasnämliche gilt vom Koran. Aus diesem Grunde mag man die Völ-ker, welche diese Sprachen reden, als zunächst zu Trägern der Ueber-lieferungen bestimmt, betrachten.
In den indo - europäischen Idiomen bewundern wir die Fähig-keit, die äußern wie innern Beziehungen zwischen den Gegenständenmit Leichtigkeit auszudrücken, und zwar vermittelst der Beugungder Hauptwörter, der Partikeln, der bedingenden Zeiten, der Infini-tive, der Zusammensetzung der Wörter, der Leichtigkeit, die Con-struktion umzukehren und Ausdrücke materieller Bedeutung einemrein geistigen Sinne anzupassen: daher sind sie auch am geeignetsten'den höchsten Gestaltungen des Geistes und den Feinheiten der Phi-losophie Ausdruck zu verleihen. Dies der Grund, wcßhalb in In-dien, Griechenland, Deutschland die Formen der Ideen bis in ihreUrelemente zerlegt werden und weßhalb, während die semitischenSprachen zu Trägern der Traditionen sich eignen, die indo-euro-päischen uns berufen dünken, die Ueberlieferungen zu verbreiten undmit Beweisen zu erhärten.
An die zweite Klasse schließen sich am füglichsten die slavischenSprachen an, welche, mit allen übrigen derselben Ordnung, eineAbzweigung bilden. Viele Sprachen halten die Mitte zwischen demzweiten und dritten Stamme, da sie einer Beimischung der Racenihre Entstehung verdanken. Hieher gehören gewisse amerikanischeMundarten und einzelne, von denen sich in Europa noch Spurenerhalten haben, wie das Celtische Gälische, Finische; es sind dies
*0 vr- kritoliarä — Oriental Orixin of tlre eeltio natlons — zähltdie keltischen Idiome zur indo-europäischen Familie. Professor Boppbewies in einem am 13. Dez. 1838 an der Berliner Akademie derWissenschaften gehaltene» Vorlesung, daß die keltischen Sprachen durchauszur indo-europäischen Gruppe gehören, trotz des scheinbar verschiedenenSystems der Biegungen.