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Wertes Kapitel.
Dabilonische Institutionen.
Babylonien liegt zwischen den aus Armenien kommenden, vonNorden nach Süden in den persischen Meerbusen sich ergießendenFlüssen Euphrat und Tigris. Der Euphrat, mit flachem Bett undUfern, verursacht Ueberschwemmungen zur Zeit des Schneeschmelzens.Die Einwohner waren daher zunächst darauf angewiesen, sich mitder Trockenlegung des Bodens zu beschäftigen; darum wies auchLas Land ein fortlaufendes Netz von Kanälen zwischen den beidenFlüssen auf, die zur Bewässerung, wie zur Aufhaltung der Nomadendienten. Der königliche Kanal konnte sogar große Schiffe tragen.Einzelne künstliche Seen hatten bis zu 20 Stunden Umfang; diedurch deren Ausgrabung gewonnene Erde diente zur Erhöhung derDämme des Euphrat, der gewissermaßen zwischen doppelten Mauernströmte, und im Nothfalle sich in jene großen Wasserbehälter ergoß.
Das so trefflich bewässerte Erdreich brachte zwei bis dreihundert-fältige Frucht des Weizens, welcher, wie auch der Buchweizen unddas Sesamkraut, eine unglaubliche Höhe erreichte. Datteln undPalmen entfalteten ihre ganze Pracht zum Ersatz des Oliven- undFeigenbaums, des Weinstocks, aller hochstämmigen Bäume, welche,mit Ausnahme der Cypresse, in diesen Gegenden nicht gedeihten.
Babylon.
Zu der Nähe des Indus, des Mittelmeeres, des persischen Golfs,an den Ufern zweier großer Flüsse, inmitten fruchtbarer Ebenen ge-legen, war Babylon ganz zur Hauptstadt eines großen asiatischenReichs geschaffen. Darum übersteht es auch mehrfache Zerstörungenund entschwindet endlich, um Seleucia am Ufer des Tigris Platz zumachen. Diese Hauptstadt der Arsaciden wird durch das von denSassaniden erbaute Ctesiphon ersetzt, und nach dessen Untergangdienen die Ruinen der drei Städte zur Erbauung von Ormuz undBagdad in der nämlichen Gegend.
Man erzählt, S emiramis habe Babylon mit einer so breitenMauer umgeben lassen, daß auf selber sechs Wagen neben einander