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in irgend einen Saal des Palastes der Abassiden den Leichnam desin der Wüste verschmachteten Pferdes, und der Löwe lagert stolzund ruhig, als Herrscher, wo Semiramis und SardanapalSchätze und Genüsse häuften.
An keinem andern Orte der Erde berühren sich die äußerstenGegensätze der Ueppigkeit und der Verödung so nahe, bekundetsich offenbarer der Fluch Gottes, welchen er, als noch Babylonin aller seiner Herrlichkeit prangte, durch den donnernden Mundseines Dieners Jsaias verkündete: „Der Herr der Heerschaarcnhat Befehl gesandt einer Kriegsmacht, die da kömmt aus fernenLanden, vom äußersten Ort unter dem Himmel, zu verderben dasganze Land. Heulet, denn nahe ist der Tag des Herrn! . .. Alsosoll Babylon, die herrliche unter den Königreichen, die berühmte,stolze Stadt der Chaldäer, wie Sodoma und Gomorrha werden.Sie soll hinfüro nimmer bewohnt und nicht mehr aufgebaut werdenvon Geschlecht zu Geschlecht: der Araber soll dort seine Zelte nichtaufschlagen, und die Hirten sollen sich nicht lagern daselbst, sondernwilde Thiere werden da Hausen und ihre Häuser voll Drachensein: Strauße werden da wohnen und Waldteufel dort herum-tanzen. Eulen werden sich da antworten in ihren Häusern undUngcthüme in den Schlössern der Wollust *)."
Industrie,
Die Geschichtschreiber irren, wenn sie die Assyrer lediglich alskriegerisch darstellen, denn Babylon herrschte nicht minder durch Ge-werbfleiß und Wissenschaft, als durch das erobernde Schwert: unserAbendland fühlte und fühlt noch immer seinen Einfluß. SeineBewohner bezogen aus Kerman, Arabien und Syrien die Baum-wolle , deren sie sich zur Verfertigung ihrer weiten Gewänder undprächtigen Teppiche bedienten; sie waren ausgezeichnet in der Kunstder Gewinnung wohlriechender Essenzen, und vor noch nicht langerZeit entdeckte man die babylonischen Minder, harte — natürlicheoder künstliche — Steine, deren Gebrauch man nicht kennt, ein bisdrei Zoll lang, hohl und bedeckt mit kleinen geheimnißvvllen Figuren,in der Weise der egyptischen Scarabäen.
Ihre Bauart und ihr Baumaterial gestatteten ihnen nicht dieAnwendung des schönsten architektonischen Schmuckes, der Säule.Die Substruktionen gestatten die Vermuthung, daß sie die Gewölbe
9 Jes. K. XIII. Man lese auch das furchtbar großartig? K. XIV,