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Erster Band
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dem Menschen verliehen und deren Bewahrer die Patriarchen ge-wesen, sich getrübt hatte, gefiel es Gott, seinen Willen aufs Neuezu offenbaren: Auf der Höhe des Sinai verlieh er dem Mosesdie Zehngebote, welche der Inbegriff des menschlichen Sittengesetzesund der Civilisation der Volker sind. Die dem Gesetze vorangestellteEinheit Gottes begreift in sich die Einheit der Menschheit und zu-folge dessen auch die Gleichheit unter den Menschen; das Verbotböser Gedanken sogar heiligt die Persönlichkeit und giebt jedem Ein-zelnen das Recht, seine menschliche Würde hoch zu halten.

Moses hatte zu kämpfen wider den Starrsinn eines rauhenund rohen Volkes, welches, während ihm sein Prophet in zehnZeilen die Regeln des Lebens zusammenfaßte, dem Ochsen Apisopferte, und alle Wohlthaten mit Murren entgalt. Er stirbt, bevorer sein Volk einführt in das gelobte Land, im Alter von 120 Zähren,„und es stund hinfort kein Prophet in Israel auf wie Moses, dender Herr gekannt hätte von Angesicht zu Angesicht" *). (Deuteron.34,10.)

Sechstes Kapitel.Mosaische Institutionen.

Moses war in der That der größte Mann, den die Geschichtekennt. Er war in Einer Person Dichter und erhabener Prophet,der erste Geschichtschreiber, Gesetzgeber, Staatsmann, Volköbefreier.

Die Anfänge eines Volkes sind die der Welt selbst, und Moseserzählt sie in eilf kurzen Kapiteln. Alle Völker behaupten die ältestenzu sein, wissen aber ihre ersten Perioden nur mit astronomischenCyklen und mythologischen Fabeln auszufüllen. Moses verfährt

*) Viele erkenne» Moses ü» Baichus wieder, welche von 2 Mütternin Egypten geboren, auf dem Wasser gerettet und deßhalb Misa genanntwird. Auf dem Berge Nisai (Umwandlung v. Sinai) geboren, bestrafterden Perseus, König von Thessalien, weil er verhindert, den Götternj» opfern, und zieht zur Eroberung Indiens aus. Auch wird er mitHörnern an der Stirne dargestellt.