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jeder Mann nur Ein Weib hatte, was auch noch daraus zu schließen,daß die eheliche Treue als höchste Pflicht aufgestellt und dem Erst-gebornen das Recht der Nachfolge zugesichert wird, und ihre Gesänge,welche zahlreiche und liebliche Bilder des häuslichen Lebens enthal-ten, die zärtliche Liebe athmen, weibliches Wesen und weibliche Sittemit dem feinsten Gefühl und einer an Verehrung gränzenden reizendenZurückhaltung schildern. Obgleich aber ihre Götter nur Ein Weibhatten, schrieben ihnen die Mythen Krisnas Harems zu, was soin der Folge die Reichen zur Nachahmung veranlaßte.
Frauen,
Ihre Vielweiberei verfiel jedoch nicht in die Entartung der Ma-homedaner, da, je nach ihrer Kaste, die Frauen die nämlichen Rechtewie die Männer genießen. Die Sudras haben nur Ein Weib.
Die Frau genießt großer Achtung, die Gesetze Manu's schenkenihren Verhältnissen eine besondere Aufmerksamkeit, stellen als Grund-bedingung des häuslichen Glücks die Erfüllung der gegenseitigenPflichten auf, verlangen, daß mau die Fraueu ehre und nicht mitdem Namen, sondern mit „Frau" oder „gute Schwester" anrede(Bhavati, Subhage, Bhagini): das Haus, in welchem die Frau be-trübt wurde, ging dem Untergang entgegen.
Da die Religion als höchste Nothwendigkeit die Darbringungvon Bußopfern für das Heil der Seelen, und zwar durch den Sohn,setzt, so ist es dem Manne, der keinen Sohn erzielt, gestattet, demBruder seine Rechte über sein Weib abzutreten, jedoch darf dies nureinmal und unter den ernstesten Ceremonien geschehen.
Kein Gesetz schreibt den Sa ti oder Wittwen den Feuertod vor;es ist ein Gebrauch, der niemals allgemein, und wie es scheint, An-fangs auf die Kriegerkaste beschränkt war. Die nämliche Idee, derzufolge man auf den Scheiterhaufen Waffen, Pferde warf, überhaupt, das Kostbarste, was der Verstorbene besaß, vermochte einige Frauen,sich selbst mit zu verbrennen, in der Hoffnung namentlich, im näch-sten Leben mit ihren Gatten auch körperlich wieder vereiniget zuseyn. Dies ist, wie uns deucht, eher als die Eifersucht der Ursprungeiner von der Verzweiflung eingegebenen und von der — zu allem,worin ein Gedanke der Hingebung, der Aufopferung liegt, leichthingezogenen — Nachahmungssucht verbreiteten Gewohnheit; sie wardimmer häufiger und zuletzt so mächtig, wie bei uns das Duell, sodaß sie sogar die so starke Mutterliebe besiegte. Jetzt lebt sie mitneuer Energie auf, weil die muselmännische Intoleranz, welche sie